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Aktuelles Allgemein

Jubiläumsveranstaltung zum 20jährigen Bestehen der Josef-Bresser-Sternwarte

Auf dem Gelände der Sternwarte und der Pröbsting-Schule bieten wir mit freundlicher
Unterstützung der Stadt Borken und der Bresser GmbH zahlreiche Aktionen und Präsentationen
für Groß und Klein.

Hierzu laden wir zum Samstag 26. August 2023 ab 14:00 Uhr ein.


Unser Aktionsprogramm

Unsere Sonne im Fokus:
Sonnenbeobachtung im H-alpha-Licht mit speziellen Sonnenteleskopen


In Konkurrenz mit Hubble:
Fotoausstellung mit tollen Astrofotos der Sternfreunde Borken e.V.


Mikrometeorite aus der Dachrinne:
Gewaschen, gesiebt und dann ab unter das Mikroskop

Astro-Quiz für Kinder und Jugendliche:
Nachdenken und grübeln für tolle Hauptgewinne


Bastel dir ein Universum:
Mal- und Basteltisch für die Kleinen mit kleinen Mitmachpräsenten


Licht aus:
Das geht uns alle an, Lichtverschmutzung am Nachthimmel


Büchertisch und Astrotrödel:
Astrowissen kompakt im Sonderangebot

„.Frag Sophie“:
Die schlaue Internetplattform der Uni Münster


Astrokuppel und Teleskope:
Spannende Einblicke in die Technik der Sternwarte

Grillen und Chillen:
Grillwurst mit Brötchen und Kaltgetränken


Sonne, Mond und Sterne:
Beobachtungsabend mit Beginn der Dunkelheit in der Sternwarte

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Aktuelles

Sternwartenprogramm September 2026 : Der Hantelnebel

Der Blick durch das Okular des Teleskops zeigt ein geisterhaftes Wölkchen, das wie ein durchsichtiges Kissen im Sternenmeer schwebt.  Einige Sternchen glitzern durch die gräuliche Nebelwolke. Besucher der Sternwarte erfahren, dass sie gerade den Hantelnebel im Sternbild Füchslein betrachten.

Charles Messier entdeckte den Hantelnebel und nahm ihn als Objekt Nummer 27 in seinem Nebelkatalog auf. “ Nebel ohne Stern, man kann ihn gut mit einem einfachen Refraktor von dreieinhalb Fuß sehen. Er erscheint in ovaler Form und enthält keinen Stern“ , so schrieb Messier am 12. Juli 1764

Er ist ein typischer Vertreter der als Planetarische Nebel bezeichneten Gruppe von Himmelsobjekten. Der Hantelnebel wurde 1764 vom französischen Astronom Charles Messier entdeckt und ist auch die Erstentdeckung dieser Nebelgruppe. Den Namen prägte aber der deutsch-britische Astronom Wilhelm Herschel, der sie wegen der Kompaktheit mit Planeten verglich. Physikalisch haben die Planetarischen Nebel aber nichts mit Planeten gemein. Sie entstehen, wenn sonnenähnliche Sterne am Ende ihrer Entwicklung instabil werden und in großen Ausbrüchen ihre äußere Gas- und Staubhülle abwerfen. Das Ende dieser Phase wird mit dem Kollaps des Sterns zu einem Weißen Zwerg eingeläutet, eine rund 50 km große, ultraheiße Kugel aus Sauerstoff, Helium und Kohlenstoff. Der weiße Zwerg sendet Röntgen- und UV-Strahlung aus und regt das umgebende Gas zum Leuchten an. Die Gas- und Staubwolke ist gespickt mit verschiedenen Elementen, die der Stern in seinem Dasein erbrütet hat. Und dieses Material verteilt sich nun im Weltall mit einer Geschwindigkeit von 25 km pro Sekunde und bildet vielleicht neue Planeten.

Messier 27 in hoher Vergrößerung. Im Zentrum des Nebels findet man den Weißen Zwerg, die ultraheiße Asche eines Sonnenähnlichen Sterns. Das leuchtende Gas dehnt sich mit 25 bis 30 km/s aus und verteilt sich im interstellaren Raum. Der Nebel wird mit der Zeit immer größer und blasser.

Der faszinierende Hantelnebel steht unter anderem auf der Beobachtungsliste der Sternfreunde und kann bei den öffentlichen Beobachtungsabenden an der Josef Bresser-Sternwarte in Hoxfeld am 4. September und am 17.September ab 21 Uhr gesehen werden.  Die Beobachtung kann aber nur bei klarem Himmel stattfinden.

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Ausbruch des Komet 220P/ McNaught

Aufnahme Modifizierte DSLR + 400 mm Teleobjektiv

Der Komet 220P/McNaught umläuft die Sonne in 5,51 Jahren und gehört der Jupiterfamilie an. Robert McNaught entdeckte den periodischen Kometen im Jahr 2004 mit dem australischen Siding Spring Observatorium. Im Juni 2026 wurde ein starker Helligkeitsausbruch beobachtet. Der Komet steigerte seine Helligkeit um etwa 9 Magnituden und erschien als Fernglasobjekt mit 8,2 mag.  Die Koma des Kometen wird immer größer, aber auch immer schwächer mit der Zeit. Im August konnte ich den Kometen mit dem Teleskop beobachten.  Anfang August war er im 10“ Dobson noch leicht zu finden und sah sehr eindrucksvoll aus. Mitte des Monats war der Komet noch zu sehen,  doch war seine Helligkeit schon stark verblasst. Die Kamera konnte aber die Koma und den langen Schweif noch wunderbar nachweisen.

Aufnahme des Kometen mit einem 8″ f/3,9 Newton

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Impressionen von der Sofi am 12.08.26

Am 12.August fand in den Abendstunden eine bemerkenswerte Sonnenfinsternis statt . Der Totatlitätsstreifen überzog Island, den Atlantik und die iberische Halbinsel. In Borken war die Verfinsterung noch zu 88% zu beobachten. An der Sternwarte war deswegen der Andrang groß. Hier sind einige nette Impressionen von diesem schönen Sommerabend.

Etwas angefressen um 19:17 Uhr
Die Sonne im Auge , ob Teleskop oder mit Sofi-Brille
Um 19:59 Uhr
Die Technik funktioniert… Freude !!
Noch 2 Minuten ???
Warum teure Kameras, wenn das Telefon schon gute Bilder macht ?
Maximale Bedeckung um 20:07 Uhr
Camera Obscura im Haus Pröbsting
Nicht die Sonne im Blick ! Es gab auch die Venus zu sehen nach Sonnenuntergang
Viel zu tun für die Teleskope

Viele zufriedene Gesichter bei etwa 400 Besuchern der Sternwarte. Ich hoffe, dass viele den schönen Anblick der Sonne bei blauem Himmel und warmen Temperaturen genossen haben.

Einige Besucher blieben übrigens bis spät in die Nacht, um die Sternschnuppen der Perseiden zu gucken.

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Exkursion zum Radioteleskop in Effelsberg

3200 t bewegte Masse mit einem Reflektor von 100 m Durchmesser für einen tiefen Blick ins Universum!

Wie schafft man es, mit so einem Riesending präzise Beobachtungsergebnisse aus den fernsten Regionen des Alls zu erlangen?

Dieser Frage und noch vielen weiteren Geheimnissen kamen wir am 13. Juni anlässlich eines Besuchs am Radioteleskop in Effelsberg auf die Spur.

Beschränkten sich unsere Himmelsbeobachtungen bisher fast ausschließlich auf das optisch sichtbare Spektrum, so durften wir in einer exklusiven Führung erfahren, mit welchen Mitteln die Radioastronomie das Universum erkundet.

Was ist das für eine Konstruktion? Was kann sie, welche Erkenntnisse liefert sie und vor allem, wie geht das?

Noch sind wir ahnungslos, was da auf uns zukommt

Mit diesen Fragen und Gedanken ging es zuerst in den Besucherpavillon.

Ein äußerst spannender und auf unsere Bedürfnisse abgestimmter Vortrag zeigte uns zunächst die fantastischen Konstruktionsdetails der Mechanik mit nur 0,3 mm Justiergenauigkeit und einer extremen Formstabilität in allen Positionen. Es folgten ausführliche Informationen über die Signalgewinnung, deren Auswertungsmethoden und die astronomischen Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung und deren Grenzen. Aus dem riesigen Portfolio der Forschungsergebnisse lernten wir einige spannende Beispiele kennen und zu verstehen.

Dann kam natürlich der Wunsch auf, sich direkt zu Füßen des Teleskops einen Eindruck über die Größenverhältnisse zu verschaffen und diese einfach mal mit einem herzhaften „Boah wat´n Ding“ zu bestaunen. Vorbei ging es an einigen Infotafeln des Planetenwegs, des Milchstaßenwegs und des Galxienwegs des Max-Planck-Instituts mit einem Zwischenhalt an den LOFAR-Antennen. Diese ermöglichen die Beobachtungen im astronomischen Meterwellen-Bereich. Und plötzlich steht man ganz nah vor dem Ungetüm und wird den Gedanken an statische Berechnungen, Baukräne, Schweißarbeiten, Schrauben und Nieten nicht mehr los. Den Malern hat man versichert, dass sie bis zur Rente einen sicheren Arbeitsplatz hätten.

Vor Ehrfurcht erstarrt?!

Ein kurzer Gang führte uns dann zum letzten Highlight: Ein Besuch im Kontrollraum mit ausführlichen Erklärungen zur Steuerungs- und Datentechnik. Auch wenn es uns schwer fiel, wir ließen die Finger von der Tastatur und auch der Touchscreen war tabu.

Alles im Griff!

Auf dem Weg nach draußen ging es noch kurz durch das kleine Museum im Nachbarraum mit der Technik der 70er und 80er Jahre. Für die älteren von uns sicher auch mit einigen nostalgischen Gefühlen!

Na klar, diese Eindrücke mussten erst einmal verarbeitet werden. Was bietet sich da mehr an, als ein Besuch des kleinen Restaurants am Ausgang des Geländes. Getränke und kleine Speisen halfen uns dabei die Gedanken zu sortieren und einzuordnen.

Und man glaubt es kaum: Zum Schluss drehte sich das Teleskop auch noch und winkte uns zum Abschied zu.

Diese tolle Exkursion verdanken wir unserem Vereinsmitglied und ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter an diesem Radioteleskop Dirk Fiebig.

Lieber Dirk, vielen Dank dafür.

Vor allem aber, geht ein herzlicher Dank an das Team des Max-Plank-Institus für Radioastronomie für die spannende und kompetente Führung.

Die Sternfreunde Borken

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Bewegte Geschichte

Bewegte Geschichte in Borken

Welche astronomischen Aktivitäten gab es zu historischen Zeiten im Raum Borken? Wer konnte bereits das beobachten, was Kopernikus und Galileo entdeckt hatten? Welche Rolle spielten der Ballturm der Burg Gemen, der Sterndeuterturm am Schloss Raesfeld und das „Sterndeuterhaus“ in Borken? Und wie entwickelte sich die heimische Astronomie in neueren Zeiten?

Diesen Fragen versuchten wir Sternfreunde anlässlich der Teilnahme an der Aktion „Bewegte Geschichte“ im Rahmen der 800-Jahrfeier der Stadt Borken am 11. Juli nachzugehen.

In einer Präsentation am „Diebesturm“ der Stadt Borken konnten sich interessierte Besucherinnen und Besucher über bekannte und belegte Begebenheiten, aber auch über rätselhafte und geheimnisvolle Überlieferungen informieren.

Viele Fragen blieben jedoch noch offen, während man die Vereinsgründung und die Entstehung der Sternwarte in einer ausführlichen Dokumentation nachvollziehen konnte.

Mit einem Nachbau des Galileoteleskops konnte man den Blick auf maßstabsgetreue Bilder der Planeten Jupiter und Saturn in 150m Entfernung direkt im Vergleich zu einem modernen Amateurteleskop beurteilen und dabei Galileos geniale Beobachtungsgabe bewundern.

In vielen, intensiven Gesprächen zeigte sich ein großes Interesse an der Astronomie und an unserer Vereinsarbeit, während die Kleinen in einem Astromemory-Spiel erste astronomische Kenntnisse sammelten.

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Sternwartenprogramm August 2026

Der August verspricht den Sternfreunden besondere Erlebnisse. Er gilt als Sternschnuppenmonat schlechthin, weil die Meteore der Perseiden am Himmel zu sehen sind. Der Höhepunkt der Perseiden wird am 13.August in den Morgenstunden erwartet. Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde werden prognostiziert. Vorrausetzung ist allerdings eine mondlose, klare Nacht an einem dunklen Ort. Der Mond wird in diesem Jahr nicht stören. Dieser erfreut die Sternfreunde mit der Bedeckung der Sonne am 12.8.26. Wir können in Norddeutschland die partielle Phase einer Sonnenfinsternis verfolgen, bei der die Sonne fast zu 88 Prozent bedeckt wird. Vor 27 Jahren und einem Tag am 11.August 1999 fand in Süddeutschland eine totale Sonnenfinsternis statt. In Borken war der Bedeckungsgrad damals 93 Prozent. Wer in den Genuss einer totalen Sonnenfinsternis kommen möchte, der muss sich in den Süden begeben. Über Mallorca und Madrid können Reisende die verfinsterte Sonne erleben. Die Sonnenfinsternis beginnt um 19:16 Uhr. Die größte Bedeckung ist um 20:11 Uhr. Die Sonne wird dabei schon sehr tief am Westhimmel stehen.  Man benötigt für eine erfolgreiche Beobachtung neben gutem Wetter auch noch eine freie Sicht zum Westhorizont.  Zwei Wochen darauf, am 28.8.26 findet dann noch in den frühen Morgenstunden eine partielle Mondfinsternis statt. Der Mond wandert am 4:34 Uhr in den Schatten der Erde. Um 6:10 Uhr ist das Maximum der Finsternis zu erwarten.  Der Mond steht dann gerade noch 10 Grad über dem Horizont am Westhimmel. Der geneigte Beobachter ist deswegen gut beraten, einen Platz mit freiem Westhorizont zu suchen.  Neben den Beobachtungshighlights des Augusts bieten die Sternfreunde an zwei Abenden eine öffentliche Beobachtung an. Die Sternwarte ist am Freitag, den 7. August ab 22 Uhr geöffnet und am Mittwoch , den 12. August ab 19 Uhr geöffnet.

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Das Sternwartenprogramm Juni 2026: Weiße Nächte

Der Juni ist der Monat der weißen Nächte. Jenseits des Polarkreises geht die Sonne gar nicht mehr unter und auch in unseren Breiten schließt sich die Morgendämmerung direkt der Abenddämmerung an. Für die Sternfreunde gibt es nur kurze Nächte Dafür beginnt die Saison für ein anderes himmlisches Schauspiel. In den Juninächten stehen die Chancen gut Leuchtende Nachtwolken zu sichten.  Wie silbrige Schleier zieren sie in manchen Nächten den nördlichen Himmel. Mit dem Wettergeschehen haben die Wolken nichts zu tun. Sie entstehen in 80km Höhe fast im Weltraum. Dort kondensiert Wasser an kleinen Staubpartikeln, die durch Meteore oder durch Vulkanismus in diese Höhe gelangen können. Es wird auch vermutet, dass die zunehmenden Raumfahrtaktivitäten eine Rolle spielen. Die Sonne kann die Partikel noch lange nach Sonnenuntergang beleuchten und sie sind ein durchaus schönes Naturschauspiel. Die Raumfahrtaktivitäten der letzten Jahre macht sich in den Sommermonaten noch an anderer Stelle bemerkbar. Gerade wenn die Sonne nicht so tief unter den Horizont wandert, reflektieren die unzähligen Satelliten das Sonnenlicht. Gab es vor 5 Jahren noch 1600 Satelliten im Erdorbit, so ist die Zahl auf aktuell über 15000 gestiegen.  Ein großer Anteil sind Telekommunikationssatelliten wie das Starlink-System. Experten schätzen, dass die Satelliten Zahl in den nächsten fünf Jahren die Hundertausendmarke überschreiten wird. Mit unschönen Folgen für den Anblick des Sternenhimmels und für die Atmosphäre der Erde.

Wegen der hellen Nächte bieten die Sternfreunde im Juni und Juli nur zwei Termine für die öffentliche Beobachtung an. So ist die Sternwarte in Hoxfeld am 5.Juni und am 3.Juli 2026 ab 22:30 Uhr geöffnet.

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Europas Schatten auf Jupiter

Am 1.Mai wanderte der Schatten von Ganymed in der Nähe vom GRF über Jupiter. Für den Fernrohrbesitzer sind solche Schattendurchgänge immer wieder ein besonderer beobachterischer Leckerbissen. Zudem wanderte der Jupitermond Europa vor die Jupiter-Scheibe. Das Schattenspiel begann bereits um 20.00 Uhr, als die Sonne noch nicht untergegangen war, somit im hellen Tageslicht. Anbei Impressionen von diesem Spiel der Jupiter Monde.

Sternfreundlicher Gruß Günther

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Aktuelles

Das Sternwartenprogramm Mai 2026: Der Abendstern im Teleskop

Die Venus im Sternwartenteleskop (Aufnahme: Strauch )

Nach Sonnenuntergang ziert ein helles Gestirn in diesen Tagen den Westhimmel. Der Abendstern, wie er im Volksmund genannt wird, ist kein richtiger Stern, sondern der Planet Venus. Die Venus verfolgt uns auf der inneren Sonnenbahn und gewinnt in den nächsten Wochen einen immer größeren scheinbaren Abstand zur Sonne. Bis zum 15 August wandert sie durch die Sternbilder Zwillinge, Krebs, Löwe in Richtung der Jungfrau. Dort ist dann der Winkelabstand zur Sonne maximal. Die Astronomen sprechen von der größten Elongation. Erst am 24. Oktober wird die Venus die Erde auf der Innenbahn überholen und im Sonnenlicht verschwinden. Einige Tage später taucht sie dann als Morgenstern am Osthimmel auf . Die Venus wird uns den ganzen Sommer über begleiten. Am 18. Mai wird sie vom zunehmenden Mond überholt und am 9. Juni kann man sich auf eine nahe Begegnung zwischen Venus und Jupiter freuen. Während die Venus an diesem Abend nur 179 Millionen Kilometer von uns entfernt ist, ist der Jupiter 904 Millionen Kilometer entfernt und erscheint nur halb so hell wie die Venus.

Die Venus beflügelte nicht nur die Dichter. Die Astronomen des 19. Jahrhunderts hielten Leben auf der Venus für möglich. Sie ist etwas kleiner als die Erde und von einer dichten Wolkenhülle umgeben. Man konnte sich warme Ozeane und dichte Urwälder vorstellen. Die Vorstellung von Leben auf den anderen Planeten des Sonnensystems war im 19. Jahrhundert durchaus populär. Mit der Landung der Verena 7 Sonde im Jahr 1970 wurde es aber offenbar, dass die Venus ein höllischer Ort ist. Die Oberflächentemperatur beträgt 450°C bei einem Atmosphärendruck von 90 bar. Die Sonde überlebte nur wenige Minuten. Die Entwicklung von Leben war damit ausgeschlossen. Im Sonnensystem scheinen wir ziemlich alleine zu sein.

Der Blick auf die Venus zeigt keine Oberflächendetails. Sie scheint als helles Planetenscheibchen am Himmel. Deutlich kann man aber ihre Phasen verfolgen, weil die Venus innerhalb der Erdbahn um die Sonne kreist. Während sie Anfang Mai noch fast als Vollvenus erscheint, nimmt sie in den Folgewochen ab. Am 15 August ist Halbvenus. Danach nähert sie sich der Erde immer mehr und wird langsam zur Venussichel, die aber an Größe gewinnt. Am 19. September hat sie ihren Größten Glanz und erreicht damit die größte Helligkeit während ihrer Sichtbarkeitsphase als Abendstern.

Die Sternfreunde zeigen die Venus in den nächsten Wochen an den öffentlichen Abenden mit ihren Teleskop an der Josef Bresser -Sternwarte. Im Mai beginnen die Beobachtungsabende am 8.5.26 und 21.5.26 ab 22:00 Uhr.

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Das Sternwartenprogramm im April 2026: Der Löwe

Der Frühlingshimmel wird durch das Sternbild des Löwen dominiert. Das Sternbild erinnert an den nemeischen Löwen der griechischen Mythologie. Die Raubkatze wurde von Herkules getötet, weil sie die Stadt Nemea bedrohte. Die Tötung war die erste seiner zwölf Aufgaben, die ihm auferlegt wurden. Die einprägsame Konstellation der Sterne zeigt einen ruhenden Löwen. In modernen Zeiten würde das Sternbild Löwe möglicherweise als Dampfbügeleisen deklariert werden, wenn man sich die Anordnung der Sterne anschaut. Immerhin wird der Große Bär volkstümlich auch gerne als Großer Wagen bezeichnet. Die hellsten Sterne des Löwen sind Regulus an der Vordertatze, Denebola am Schwanz und Algieba am Hals des Löwen. Auch die Sterne Zosma, Coxa und Aldafera gehören zu den Hauptsternen des Löwen. Die Sterne sind alle zwischen 35 bis 260 Lichtjahren entfernt und man würde sie zur erweiterten Nachbarschaft der Sonne zählen.

Der Stern Regulus liegt der Ekliptik sehr nahe und kann von Mond und Planeten bedeckt werden. Am 29.März 2026 wird der Mond Regulus bedecken. Danach kommt es zu einer längeren Pause . Erst am 31.Mai 2036 kommt es wieder zu einer Bedeckung von Regulus durch den Mond. Noch seltener sind Bedeckungen des Sterns durch Planeten. Erst am 1. Oktober 2044 kann man eine Bedeckung des Sterns durch den Planeten Venus beobachten. Die letzte Bedeckung fand im Jahr 1959 statt. Sie wurde wissenschaftlich begleitet  um die Eigenschaften der Venusatmosphäre zu untersuchen. Der Stern Algieba ist ein schönes Doppelsternsystem. Bereits in kleinen Teleskopen kann man die beiden Sterne getrennt beobachten, die sich gegenseitig umkreisen. Allerdings benötigen sie etwa 550 Jahre für einen Umlauf. Der Schwanzstern Denebola ist ein heller Hauptreihenstern, dessen Licht 35 Jahre zu uns unterwegs ist. Er gehört mit einem Alter von etwa 300 Millionen Jahren noch zu den Teenagern der Milchstraße. Neben den Sternen findet man auch einige Nebelchen des Messierkatalogs im Sternbild des Löwen. Der Franzose Charles Messier dokumentierte sie im 18. Jahrhundert um Verwechselungen bei Kometenentdeckungen zu vermeiden. Seine Aufstellung ist heute noch in der Amateurastronomie sehr beliebt.

Die Sternfreunde zeigen den Löwen während der öffentlichen Beobachtungen am 3. April und am 16. April ab 21:30 Uhr in ihr Programm und laden Interessierte herzlich zur Josef Bresser-Sternwarte in Hoxfeld ein.