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Das Polarlicht 19/20.Januar 2026

Roter Himmel über der Sternwarte

Sollte am Abend des 19. Januar, ganz zu Beginn des Jahres, das spektakulärste Himmelsschauspiel des Jahres stattfinden? Womöglich! Am Abend des 18. Januar gegen 18Uhr (UT) beobachtete das Sonnenobservatorium GOES einen starken Ausbruch auf der Sonne, der einen koronalen Massenauswurf zur Folge hatte. Die Experten sprachen von einem Long duration-Flare der Klasse X1.9 mit einem Full Halo-CME. Das bedeutet, dass eine Menge elektrisch geladener Teilchen mit hoher Geschwindigkeit auf dem Weg zur Erde waren. Die Warnung vor Polarlicht galt für die nächsten 24 bis 48 Stunden. Bereits am Nachmittag des 19. Januar kündigte sich der eintreffende Teilchenstrom am EPAM-Instrument des ACE-Satelliten an. Das EPAM detektierte eintreffende Protonen. Vor dem Impakt der Hauptteilchenwolke steigen die Protonenzahlen stark und rampenförmig an. Irgendwann trifft dann die Schockwelle des Sonnewinds auf den ACE-Satelliten und die Sonnenwindwerte steigen dann stark an. Mit 1600 km/s waren diese Teilchen sehr schnell unterwegs und trafen bereits in den frühen Abendstunden mit der Dämmerung bei uns ein. Im Polarlichtforum von Meteoros liefen schon seit Stunden heiße Diskussionen. Und so begab ich mich schon kurz vor dem Impakt an einen dunkeln Ort, der aus meiner Sicht geeignet war. Das Schwarze Venn zwischen Heiden und Reken versprach eine gut Stelle für die Polarlichtbeobachtung zu sein. Der Ort ist einigermaßen dunkel und nach Norden gab es keine nahe Stadt. Allenfalls die Autobahn musste man etwas aus dem Bild verbannen. Der Himmel war dank eines Hochdruckgebiets übrigens klar und der Mond sollte den Himmel auch nicht aufhellen. Dort angekommen , stellte ich die Kamera auf und machte einige Bilder zur Kontrolle. Ich musste aber feststellen,dass ich weder ein Ersatzakku , noch die Powerbank für die Objektivheizung dabei hatte- ein blöder Anfängerfehler. Aber was solls. Im Nachhinein war das auch nicht so schlimm. Auf den ersten Aufnahmen konnte ich tief im Norden einen roten Schimmer erkennen, direkt neben einer helleren Lichtquelle, die vielleicht von der Raststätte Hochmoor der Autobahn herkam.

Toll…Polarlicht genau neben einer Lichtquelle….

„Schon blöd“, dachte ich. Polarlicht genau neben einer anderen Lichtquelle. Aber es blieb ja nicht dabei. Mit jeder Minute wurde die rote Fläche größer und mit einem Male wurde das Polarlicht auch für das menschliche Auge sichtbar. Das sah schon toll aus. Es war aber wegen der Werte des Sonnenwinds schon zu erwarten. Was allerdings in den nächsten Stunden ab 21 Uhr bis 0:30 Uhr geschah, das hatten nur wenige so erwartet. Das Polarlicht am 19. Januar übertraf an Intensität das Polarlicht vom 11.Mai 2024 . Helle Polarlichtbänder im Zenit waren zu sehen. Polarlicht im Sternbild Orion. Der Himmel glühte im Norden durchweg grün. Rote Beamer erschienen und verblassten. War ich wirklich in Reken ? Der Himmel erinnerte an Island oder Norwegen.

Grünes Leuchten und rote Beamer

Die Kamera machte gottseidank eigenständig ihre Aufnahmen, so dass ich euphorisch die Polarlichter beobachten konnte. Es waren Minus 2 Grad , aber mir wurde nicht kalt. Ich bin irgendwie in den Rausch verfallen. Während der hellen Phase gegen 22:30 Uhr näherte sich mir tatsächlich ein Auto. Ein Polarlichtsuchender war noch unterwegs . Nach kurzem Gespräch wollte er los um seine Kamera zu holen, die noch in Heiden war. Es ist zwar schön Gleichgesinnte zu treffen, aber nur, wenn sie etwas defensiver mit ihren Autoscheinwerfern umgehen.

Auch an einsamen Orten ist man ja nicht allein. Über den Polarlichtchat der Meteoros-Gruppe und der Sternfreundegruppe spürte man die Begeisterung anderer Sternfreunde. An der Sternwarte waren auch einige Beobachter. So ist das in der digitalen Welt. Man steht im Austausch mit vielen Anderen. Gegen Mitternacht ließ die Aktivität dann nach . Sie war immer noch sehr hoch, aber weil der folgende Tag ein Dienstag war und der nicht arbeitsfrei war, brach ich gegen halb 1 ab. Meine Akkureserven waren auch pünktlich erschöpft. Die Objektive musst ich zwei,drei Mal mit der Autoheizung trocknen.

Grüner Bänder erschienen hoch im Zenit… Islandfeeling …

Der Dienstag war ein müder Tag. Die Aktivität des Sonnenwinds war aber noch hoch. Ich war hin und hergerissen. Sollte ich lieber schlafen gehen oder nochmal los? Ich packte alles zusammen und fuhr ins Schwarze Venn. An meinem Beobachtungsplatz stand ein Traktor, der hell beleuchtet arbeitete . Damit hatte ich nicht gerechnet. Es war ja schon 19:30 Uhr. Aber egal, ich fuhr einige hundert Meter weiter, bog in einen Feldweg ab und postierte mich völlig abgelegen an eine Wieseneinfahrt. Auf den ersten Aufnahmen konnte man das Polarlicht gut erkennen, dann auch wieder visuell. Es war weitaus schwächer als am Tag zuvor. Dennoch war es schön. Nach der ersten Welle wartete ich noch auf Weiteres . Aber es blieb dabei. Gegen 21 Uhr kamen noch zwei junge Männer mit dem Auto vorgefahren, stellten ihre Kameras auf. Sie wollten ebenfalls dem Spektakel beiwohnen. Laut ihrer App auf dem Handy sollte Polarlicht zu sehen sein. Ein Karte mit Sichtungen , die gerade oder nur wenige Minuten alt waren, sah man auf dem Display ihres Handys. Ich hatte schon seit einer halben Stunde nichts mehr gesehen. Auch das Polarlichtforum konnte keine Sichtungen melden. Das ist schon verwunderlich. Ich habe keine Ahnung, was die Leute da gesehen haben. Polarlicht wird es nicht gewesen sein. Ich packte meine Sachen jedenfalls zusammen, zumal der Himmel immer wolkiger wurde. In der Nacht zum Mittwoch gegen 0:30 Uhr ist anscheinend wohl noch mal Aktivität zu sehen gewesen. Bei uns war der Himmel aber bewölkt. Also hatte ich nichts verpasst.

Schöner, aber kurzer Ausbruch an anderer Lokation

Dieses besondere Polarlichtevent wurde von vielen Menschen gesehen und auch in den Medien geteilt. Viele Menschen werden begeistert gewesen sein und einige von ihnen werden auch zukünftigen Polarlichtern hinterher jagen. Diese großen Ereignisse sind hier aber sehr selten. Die hellsten Polarlichter , die ich gesehen habe, waren das Halloween-Polarlicht im Jahr 2003 am 30/31.10 2003, das Polarlicht im Mai 2024 und dann jenes Polarlicht am 19. Januar 2026. Viele kleine Polarlichtbeobachtungen, die meisten davon nur photographisch, waren zu beobachten. Oft waren diese sehr hübsch anzusehen. Die großen Ereignisse verschlagen einem aber einfach die Sprache.

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Das Sternwartenprogramm Februar 2026: Der Orion

Am Winterhimmel findet man sehr viele helle Sterne, die oftmals zur Annahme führen, dass die Nächte im Winter besonders klar sind. Sehr einprägsam sind die Sterne, die das Sternbild des Himmelsjäger Orion zeichnen. Die beiden hellsten Sterne sind der rote Stern Beteigeuze und der blaue Stern Rigel. Beide Sterne gehören zu den Riesensternen und sind 17  Mal schwerer als die Sonne. Die beiden Sterne sind deswegen einige zehntausend Mal leuchtkräftiger als unser Heimatgestirn. Auf Beteigeuze haben die Astronomen ein besonderes Augenmerk. Der rote Riesenstern wird als heißer Kandidat für eine Supernova gehandelt. Dass wir jene finale Explosion des Sterns erleben werden, ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich. Der schöne Anblick des Orions wäre jedenfalls dahin.

Das Sternbild Orion

Sehr auffällig sind die drei Gürtelsterne des Orion, die fast auf einer Linie im gleichen Abstand voneinander stehen und dem Sternbild das besondere Aussehen verleihen. Unterhalb der Gürtelsterne befindet sich das Schwert des Orions. Im Teleskop offenbart sich das Schwert als ein großes nebelartiges Gebiet. Der Nebel im Orion ist der hellste Teil eines großen, aktiven Sternentstehungsgebiets . Im Zentrum befinden sich vier helle Sterne, die ein Trapez formen. Diese Sterne regen mit ihrer starken UV-Strahlung das umgebende Gas zum Leuchten an. Auf Fotoaufnahmen wirkt der Orionnebel spektakulär und im Teleskop bietet er einen schönen Anblick, auch wenn die Farbwahrnehmung unserer Augen sehr begrenzt ist.

Beim Betrachten des Sternbild Orion werden wir Zeuge sowohl von der Entstehung junger Sterne, die sich in den Gaswolken des Orionkomplexes bilden, als auch dem Vergehen von älteren Sternen wie Beteigeuze. Die Sternfreunde laden am 6.Februar und 19. Februar 2026 ab 20:30 Uhr zum öffentlichen Beobachtungsabend an der Sternwarte in Hoxfeld ein. Bei klarem Himmel wird das Sternwartenteleskop unter anderem auf den Orionnebel ausgerichtet..

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Miras Maximum 2026

Bis zur kopernikanischen Revolution gingen die Sternkundigen von der Unveränderlichkeit des Sternhimmels aus. Auch wenn es Beobachtungen von „neuen“ Sternen gab, wie die Supernova 1054 nach Chr. oder die Beobachtung von Tycho deBrahe , der im Jahr 1572 eine Nova im Sternbild Cassiopeia beobachtete, gab es keine Kunde von der Beobachtung veränderlicher Sterne. Somit gilt der Stern omi Cetus als erster entdeckter veränderlicher Stern.
Der ostfriesische Pfarrer und Astronom David Fabricius , übrigens ein Schüler Brahes, entdeckte am 13. August 1596 einen neuen Stern am sonst so vertrauten Firmament. Merkwürdigerweise verschwand der Stern im Sternbild Walfisch in den nächsten Wochen wieder.
Fabricius hielt den Stern für eine Nova und er verfolgte den weiteren Verlauf des Sterns nicht mehr. Der Astronom Johannes Bayer aber trug den Stern als omikron Ceti mit einer Helligkeit der 4. Größe im Jahr 1602 in seine Sternkarte ein.


Quelle https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c5/Uranometria_Cetus.png)
Cetus in Bayers Uranometria


Im Jahr 1609 konnte Fabricius den Stern wiederfinden
und der seltsame Sterne fand größere Aufmerksamkeit. Die Veränderlichkeit des Stern wurde aber erst von Johannes Phocylides Holwarda, einem friesischen Astronom, im Jahr 1638 untersucht. Johannes Holwarda bestimmte eine periodische Helligkeitsänderung von 11 Monaten. Es verging noch etwas Zeit bis der seltsame Stern soviel Aufmerksamkeit auf sich zog, dass er einen Namen bekam. Johannes Hevelius, der von 1611 bis 1687 in Danzig lebte ,taufte den Stern auf Stella Mira Ceti, was soviel heißt wie Wundersamer Stern im Walfisch. Und Mira ist wirklich wunderlich !!

Der Stern Mira im Walfisch ist der erste bekannte langperiodisch veränderliche Stern und ist heute der Hauptvertreter einer ganzen Sternenklasse, den Mira-Sternen.

Seit der Entdeckung von Mira ist man auf tausende von Sternen gestoßen, die sich wie Mira verhalten. Erklären konnten sich die Forscher das Phänomen der Mirasterne lange nicht. Hierzu muß man folgendes vorwegnehmen: Mirasterne sind pulsierende Sterne- Sterne und periodisch ihre Helligkeit verändern. Von der Erde aus wirken sie wie kosmische Leuchttürme.

Das Geheimnis des Mirasterns ist reine Sternenphysik. Wie unsere Sonne auch, findet im Kern des Sterns die Energiegewinnung durch die Fusion von Wasserstoff zu Helium statt. Die Energie wird als Strahlungswärme in äußere Bereiche des Sterns getragen. Dabei kommt es im Innern des Mirasterns zu einem Wärmestau. In einer bestimmten Schale des Mirasterns wird die durch Kernfusion frei gesetzte Energie für die Ionisierung von Wasserstoff verbraucht. Die Energie wird in dieser Schale gespeichert. Die fehlende Energie lässt den Stern schrumpfen. In regelmäßigen Abständen werden die elektrischen Kräfte innerhalb der Schale dann so stark, daß sich die Atome wieder rekombinieren . Die vorher eingefangene Energie wird wieder freigegeben und der Stern bläht sich auf. Unkonventionell könnte man sagen, daß die ionsierte Wasserstoffschale wie ein riesiges Akku arbeitet, das aufgeladen wird und sobald es voll ist , die Energie wieder abgibt. Der Stern Mira variiert Größe und Temperatur dabei um 20 Prozent.

Soweit ist das Prinzip der Mirasterne gut verstanden, da dieser Prozess von vielen veränderlichen Sternen , wie die Cepheidensterne, bekannt ist. Das Rätsel der Mirasterne ist die Dimension der Helligkeitsschwankungen. Ein Stern, dessen Temperatur und Größe um immerhin 20 Prozent variiert, unterliegt einer Helligkeitsschwankung von 8 Größenklassen !!! Im Maximum ist Mira ein Stern 2. Größe , sein Minimum liegt bei etwa 10 mag. Das ist mehr als erstaunlich. Die Leuchtkraft des Stern verändert sich um den Faktor 1500 .

Die Astronomen suchten lange nach einer Erklärung für das Phänomen Mirasterne.

Es bedarf offensichtlich noch eines zusätzlichen Effektes, der die dramatischen Helligkeitsschwankungen von Mira erklären kann.

Die Lösung lieferten vor kurzem die amerikanischen Astronomen Mark Reid und Joshua E. Goldston, die die Idee ihrer Kollegen Edison Pettit und Seth Nicholson von 1933 aufarbeiteten. Pettit und Nicholson vermuteten, daß sich in der Gashülle von Mirasternen beim Aufblähen Metalloxide bilden können, die das Licht abschwächen. Die beiden Astronomen des frühen 20. Jahrhunderts konnten die Hypothese nicht belegen. Es fehlte die technischen Möglichkeiten.

Goldston und Reid holten dieses nach und konnten das kuriose Verhalten der Mirasterne im Jahr 2001 mit dem Vorhandensein von Metalloxiden erklären.

Das Aufblähen der Sterne kühlt ihre Oberfläche ab. Unterhalb von 1100° Grad Celsius kondensieren Metalloxide .Die Metalloxide vermindern die Lichtdurchlässigkeit der Hülle besonders im sichtbaren Bereich. Zieht sich der Stern wieder zusammen, erhöht sich die Oberflächentemperatur und die Metalloxide verdampfen wieder. Das Licht der fernen Sonne kann ungehindert passieren.

Zu diesen Metalloxiden gehört unter anderem Titanoxid, das in Sonnencremes als weißes Pigment Einsatz findet. Mirasterne liefern sozusagen ihren eigenen Sonnenschutzfaktor.

Im April 2002 wurde die Studie von Goldston und Reid in der Fachzeitung „ Astrophysical Journal “ veröffentlicht.(15504 931..938 )

Ein Helligkeitsunterschied von 8 Größenklassen macht es selbst den ungeübten Beobachter leicht, einen Veränderlichen Stern zu beobachten. Im Januar 2026 steigt die Helligkeit des Sterns Mira sehr schnell an. Das Helligkeitsmaximum wird um den 7. März erwartet. Danach nimmt die Helligkeit von Mira sehr schnell wieder ab.

Diese Daten sind nur als ungefähre Richtwerte zu bemessen, da das Verhalten der Mirasterne wegen der oben erklärten Effekte, die nicht ganz berechenbar ist.

(Quelle: Mira light curve – Category:Light curves of Mira variables – Wikimedia Commons

Mira ist ein veränderlicher Stern, der wirklich leicht zu beobachten ist. Man kann seinen Helligkeitsverlauf über Monate beobachten. Es ist nicht notwendig, sich die jeweiligen Minima oder Maxima ausrechnen zu lassen, wie es bei kurzperiodischen Veränderlichen ist. Die Verfolgung der Helligkeitsverläufe von kurzperiodischen Veränderlichen setzt stabiles klares Wetter über einen längeren Zeitraum voraus. Das ist bei Mira nicht der Fall. Hier verpasst man nichts, wenn man den Stern ein paar Tage nicht zu Gesicht bekommt.


2002 konnte ich Mira mit einer einfachen digitalen Kamera bereits verfolgen. Heute werden einfachste Kameras zu besseren Ergebnissen führen.

Ich hoffe, ich habe den einen oder anderen angeregt, nach dem Stern mit dem Sonnenschutzfaktor zu sehen.

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Das Sternwartenprogramm Januar 2026

Eine kurzer Blick ins neue Jahr

Das Jahr 2026 ist noch jung und die Sternfreunde geben schon mal eine kleine Vorschau auf die astronomischen Ereignisse, die beobachtet werden können. Zu Beginn des Jahres kann man den großen Planeten Jupiter gut beobachten.

In der Oppositionsstellung am 10. Januar steht er genau der Sonne gegenüber und ist somit die ganze Nacht zu beobachten. Mit etwas Glück und guter Horizontsicht in westlicher Richtung können aufmerksame Beobachter am frühen Abend des 18.Februar die helle Venus, die Mondsichel und den Planeten Merkur nah zusammenstehen sehen. Merkur ist wegen der Sonnennähe in der Regel ein schwer zu findender Himmelskörper, obschon er sehr hell ist.

Am 28.März findet der diesjährige deutschlandweite Tag der Astronomie statt. Viele Sternwarten und Planetarien nehmen daran teil. Die Sternfreunde in Borken planen ebenfalls eine öffentliche Beobachtung an diesem Abend. Am 19.April wandert der zunehmende Mond sehr nahe an den Plejaden vorüber. Um 17:06 Uhr (MESZ) bedeckt er den Stern Maia. Leider findet dieses Spektakel am Taghimmel statt und wird bei blauen Himmel nur mit dem Teleskop zu verfolgen sein. Am 9.Juni bietet sich auch ein besonderer Anblick. Nach Sonnenuntergang kann man am Westhimmel die beiden hellen Planeten Jupiter und Venus finden. Die Begegnung der beiden hellen Himmelskörper hat in der Vergangenheit schon zu Anrufen bei Sternwarten und auch der Polizei geführt.

Am 12.8.2025 findet in Mitteleuropa eine Sonnenfinsternis statt. In Westdeutschland werden wir die Finsternis nur als partielle Sonnenfinsternis beobachten können. Beste Aussichten haben Beobachter in Spanien und Portugal. Zuhausegebliebene können sich aber am Abend darauf auf viele Sternschnuppen der Perseiden freuen. Wegen des mondlosen Abends sind die Sternschnuppen besonders gut zu sehen. Frühaufsteher können am 28. August eine partielle Mondfinsternis sehen. Allerdings muss man sich dafür um 4:30 Uhr aus dem Bett bewegen.

Ebenfalls für die Frühaufsteher kann man das folgende Ereignis betrachten. In den Morgenstunden des 11.Oktober durchwandert der Planet Mars den Sternhaufen Präsepe im Sternbild Krebs. Der Sternhaufen wird im Volksmund auch Krippe oder Bienenkorb genannt und ist im Fernglas ein hübscher Anblick. Der rote Planet macht das Auffinden noch leichter. Neben dem Mars ist auch der Planet Saturn im Oktober gut zusehen. Die beiden Himmelskörper werden dann gerne in das Beobachtungsprogramm der Sternfreunde aufgenommen. Mit etwas Glück kann man im November die Sternschnuppen der Leoniden beobachten, deren Maximum um den 17.11. herum ist. Leider fallen die Sternschnuppen gerne in den Novemberregen. Die Sternfreunde sehen also vielen Sternstunden entgegen. Auch 2026 werden regelmäßig Beobachtungen an der Sternwarte angeboten. Der erste Termin ist der 2.Januar 2026 ab 20:30 Uhr. Ein weitere Termin findet am 22.Januar ab 20:30 Uhr bei klarem Himmel statt.

Wir sehen uns !!!

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Der interstellare Besucher 3I/ATLAS

Komet 3I ATLAS im 8″ Newton

500 Jahre Aufklärung und dann sowas… eigentlich haben Kometen den Schrecken verloren, den sie bis in die Neuzeit auslösten. Die Zuchtruten Gottes, die Ungemach über Land und Volk brachten, wurden zu harmlosen himmlischen Phänomenen , die den Gesetzen der Himmelsmechanik gehorchten. Spätestens seit der Wiederentdeckung des Halley’schen Kometen im Jahr 1759 war klar, dass Kometen auf Keplerbahnen unterwegs sind. Zwar ist ihr Auftauchen immer noch eine Überraschung und auch heute kann man die hellen Kometen der Zukunft nicht vorhersagen. Doch ihr Verhalten und ihre Erscheinung sind nicht rätselhaft oder mysteriös. Trotz aller Aufklärung gibt es aber immer noch Irrläufer. Der Halley’sche Komet versetzte die Bevölkerung im Jahr 1910 in Angst und Schrecken wegen der Entdeckung von Blausäure-Molekülen im Schweif. Man befürchtete eine kollektive Vergiftung der Erdbewohner, weil die Erde den Kometenschweif durchkreuzen würde. Diese Art der Furcht ist natürlich anders begründet als die Gottesstrafen des Mittelalters, eben eine moderne Version. Auch 1997, als der helle Komet Hale-Bopp am Himmel erschien, waren einige esoterisch angehauchte Menschen davon überzeugt, dass es sich um ein außerirdisches Raumschiff handeln würde. Die Götter der Vorfahren wurde offenbar durch andere Himmelswesen ersetzt. Im März 1997 starben 39 Mitglieder der „Heavens Gate“-Sekte durch gemeinschaftlichen Selbstmord, weil sie die Erde verlassen und sich dem Kometen Hale Bopp anschließen wollten. Eine traurige Geschichte um den Kometen, der vielen Menschen damals eine Freude bereitete.

Die meisten Kometen ziehen durch das innere Sonnensystem, ohne dass die Öffentlichkeit Notiz davon nimmt. Sie sind einfach zu leuchtschwach, als dass man sie mit dem bloßen Auge oder mit dem Fernglas sehen könnte. Innerhalb der lichtverschmutzten Ort wird es noch schwieriger einen Kometen zu beobachten. So bleiben viele Kometen den Amateurastronomen vorbehalten, die mittels Teleskopen und speziellen Kameras auch Kometen ablichten können, die das Auge nicht mehr wahrnehmen kann.

Und um eine solchen Komet geht es hier. Der Komet heißt 3I/ATLAS. Er wurde am 1.Juli 2025 vom ATLAS-Beobachtungsprogramm des El-Sauce-Observatorium in Chile entdeckt. Das ATLAS-Programm ist speziell auf die Suche nach Asteroiden und Kometen ausgelegt. So genommen, ist die Entdeckung eine Routine. Die aktuelle Kometenliste (Stand Dezember 2025) zeigt nahezu 100 Kometen, die durch ATLAS entdeckt wurden. Somit ist 3I /ATLAS nicht ungewöhnlich.

Die ersten Berechnungen der Kometenbahn änderten die Situation dann doch. Die Bahn des Kometen war sehr stark hyperbolisch und der Komet ist sehr schnell unterwegs mit fast 60 km/s. Mit diesen Eigenschaften kommt er wohl aus den Tiefen des interstellaren Raums und ist nur auf der Durchreise durch unser Sonnensystem. 3I/ATLAS ist das dritte Objekt seiner Art, das bekannt ist. Nach der Durchreise von 1I/Oumuamua und dem Komet 2I/Borisov, haben wir es mit dem ATLAS-Objekt wieder mit einem interstellaren Wanderer zu tun. Der Himmelskörper Oumuamua wurde sehr spät erst entdeckt und er zeigte keine kometarische Aktivität. Man würde ihn heute als Asteroiden klassifizieren. Die Beobachtungen deuteten auf einen länglichen Körper hin, der langsam rotierte. Wissenschaftlich ist Oumuamua bestimmt interessant und viele seiner Eigenschaften blieben wegen der Kürze der Beobachtungszeit im Dunkeln. Die Wissenslücken wurden dann in den Medien schnell zu Rätseln und die Rätsel zu Anomalien. Hinzu kam die Aussage eines Harvard-Professors, es könnte sich auch um Technologie einer außerirdischen Existenz handeln und schon war eine wunderschöne Verschwörungstheorie geboren. Was Oumuamua auch immer war, wir werden es nicht erfahren. Der Himmelskörper ist außerhalb unserer Reichweite. Der zweite Komet 2I/Borisov blieb von Verschwörungstheorien verschont. Er war offenbar eindeutig ein Komet. Seine hyperbolische Bahn legt die Vermutung nahe, dass er ebenfalls aus dem interstellaren Raum zu uns kam. Er könnte allerdings auch ein Objekt der Oort’schen Wolke sein, die sich über ein Lichtjahr von der Sonne in den Weltraum erstreckt. Viele langperiodische Kometen finden ihre Ursprungsheimat in dieser Wolke, die Hendrik van Oort in den 1950er Jahren vorhersagte.

Nun also kam der dritte Besucher aus dem interstellaren Raum zu uns. Der Name 3I /ATLAS sagt es schon. Der Name wurde dem Kometen allerdings erst nach der Entdeckung seiner interstellaren Herkunft gegeben. Um es vorwegzunehmen, der Komet verhält sich bisher wie ein typischer Komet. Er ist nicht mal sehr auffällig. Und dennoch ist er wieder als Artefakt außerirdischer Intelligenz im Gespräch. Der besagte Harvard-Professor fand zahlreiche Anomalien im Verhalten des Kometen, die darauf hindeuten, dass der Komet nicht nur natürlicher Art ist. Die Bahn des Kometen ist seltsam, der Komet erfährt eine merkwürdige Beschleunigung, die Geometrie des Schweifs ist ungewöhnlich, der Komet rotiert merkwürdig, um einige Behauptungen zu erwähnen. Zusammengefasst könnte man glauben, dass der Komet nicht normal ist. Nüchtern betrachtet gibt es den normalen Kometen aber auch nicht. Es gibt ja auch nicht den normalen Planeten oder den normalen Stein. Jedes Objekt im Universum hat Eigenschaften, die es von einem anderen Objekt unterscheidet. Zumindest im makroskopischen Bereich. Und gerade bei Kometen sind viele Eigenschaften ohne Zutaten außerirdischer Intelligenzen gut zu erklären.

Außerirdische Intelligenz und Leben außerhalb des Sonnensystems ist durchaus denkbar, vielleicht sogar wahrscheinlich. Aber man kann davon ausgehen, das es in unserer Galaxie eher die Ausnahme ist. Die meisten bisher entdeckten Planeten bieten nicht die Bedingungen für Leben, wie wir es uns vorstellen. Außerirdische, die erfolgreich im interstellaren Raum herumreisen, sind wohlmöglich sehr, sehr selten. Im Gegenzug dazu ist anzunehmen, dass es viele Sterne in der Milchstraße gibt, die Eis- und Gesteinswolken , Asteroiden und Kometen in ihrer Umgebung besitzen. Interstellare Oort-Wolken sind keine Seltenheit in der Milchstraße. So ist es auch viel wahrscheinlicher, dass uns ein interstellarer Komet besucht als dass ein Relikt außerirdischer Technologie unsere Bahn kreuzt. Letzteres wäre natürlich spannender und die Berichte, die gerade in den Online-Medien zu finden sind, verdienen mit Sensationsnachrichten ihre Klickzahlen.

Soviel Aufmerksamkeit wie in den paar Monaten seiner Sichtbarkeit, wird er in den letzten Milliarden Jahren nicht bekommen haben. Seine Reise durch das Sonnensystem dauert nur wenige Jahre . In 40 Jahren wird er dank der großen Reisegeschwindigkeit die Heliopause erreicht haben und sich dem Einfluss der Sonne mehr und mehr entziehen. Er kam aus der Richtung des Milchstraßenzentrums , dem Sternbild Schütze und reist weiter in Richtung des Sternbilds Zwillinge. Dort wird sich seine Spur verlieren auf Nimmerwiedersehen.

Der grüne Komet C/2025 R2 SWAN- typischer Einheimischer

In den letzten Jahren wurden viele Programme zur Durchmusterung des Himmels ins Leben gerufen. ATLAS ist nur eines davon. Diese Programme entdecken sehr viele Kleinkörper, die im Sonnensystem unterwegs sind. Die meisten davon gehören sein viereinhalb Milliarden Jahren dazu. In Zukunft werden vermutlich aber auch immer mehr interstellare Besucher entdeckt werden, die auf der Durchreise sind. Im Fall von 3I/ATLAS kann man sagen, dass sich der Komet gar nicht stark von den „eigenen“ Kometen unterscheidet. Er hat einen größeren Anteil an Kohlendioxid, vielleicht weniger Wasser . Aber ansonsten ist er unauffällig. Sogar die grünliche Färbung durch Di-Kohlenstoff kann man beobachten.

Im Dezember 2025 und Januar 2026 kann man den Kometen auf dem Weg in Richtung der Zwillinge noch verfolgen. Er wird allerdings an Helligkeit verlieren. Ende Januar wird der wahrscheinlich die 15. Größenklasse erreichen.

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Der zerbrochene Komet C/2025K1 (ATLAS)

Der Komet C2025K1 (ATLAS) am 15.12.2025 (8″Newton/f3,9 ,ZWO ASI 294mm)

Im Mai 2025 entdeckte das ATLAS -System, das in Chile automatisch nach Asteroiden sucht, den Kometen C/2025K1 (ATLAS). Nachfolgende Berechnungen der Kometenbahn ergaben für den Besucher aus der fernen Oort’schen Wolke eine Annäherung an die Sonne auf 0,34 AU, also etwas mehr als 50 Millionen Kilometer. Die Annäherung ist durchaus kritisch für einen Kometen . Viele Kometen überstehen den Flug um die Sonne nicht, wenn sie derart nah passieren müssen. So waren die Astronomen schon gespannt, ob der Komet im Oktober 2025 seine Perihelpassage überstehen wird. Am 19. Oktober fotografierten die passionierten Kometenjäger G. Rhemann und T. Jäger den Kometen und konnten den Sternfreunde die gute Nachricht überbringen, dass im Herbst 2025 ein weiterer interessanter Komet am Himmel zu sehen sein wird. Man kann die Aufnahmen und viele weitere Kometenaufnahmen auf der Internetseite der Fachgruppe Kometen ( https://fg-kometen.vdsastro.de/) bewundern. Im November überraschte der Komet dann doch. Auf den Aufnahmen konnte man 3 Fragmente innerhalb der hellen Koma sehen.

Der Komet war offenbar zerbrochen. Ein wirkliche Sensation ist das aber nicht. Kometen sind sehr fragile Objekte, regelrechte Schutthaufen aus Staub und Eis. Die Strahlung in Sonnennähe lässt das Eis verdampfen und Staub wird freigesetzt. Dieser Prozess kann zum Zerbrechen des Kometen führen. Für die Hobbyastronomen ist das eine sehr schöne Gelegenheit, die Entwicklung zu dokumentieren. Großteleskope werden weniger dafür eingesetzt. Weltweit dokumentieren tausende von Amateurastronomen die Entwicklung des Kometen . Zu Beginn konnte man die Fragmente, die typischerweise alphabetisch Fragment a,b und c genannt wurden , beobachten. Ende November wurden die Kometenbeobachter Zeuge von der Auflösung des Fragments B. Die Fragmente A und C zeigten sich bis heute (15.12.) in einem Abstand von 14 Bogensekunden von einander entfernt. Damit sind die beiden Fragmente etwa 8000 km voneinander entfernt. Am 11.12. lagen sie noch 7100 km voneinander entfernt. Sie trennen sich also mit weniger als 10km/h voneinander. Allerdings ist das die projizierte Bewegung, da für die Messung die radiale Komponente fehlt.

Der Komet hatte am 24. November seinen erdnächsten Punkt der Bahn erreicht und ist entsprechend schnell am Himmel unterwegs. Bei Brennweite über 500 mm waren Belichtungszeiten von weniger als 60 Sekunden nötig, um den Kometen einigermaßen scharf abzubilden. Seinen erdnächsten Punkt war immerhin 60 Mio.Kilometer entfernt. Zu dieser Zeit erreichte er die 8.Größenklasse und konnte visuell im Teleskop leicht wahr genommen werden. Im Dezember sank seine Helligkeit auf > 12 mag und es wurde immer schwieriger, den Kometen visuell zu entdecken. Die Kameras und die lichtstarken Teleskope der Amateurastronomen werden den Kometen aber noch eine Weile verfolgen können.

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Die Polarring-Galaxie NGC 660

Das Universum ist jung und es passiert noch so viel. Wir bemerken nicht so viel davon, weil unsere Milchstraße ein eher ruhiger Ort ist, zumindest während unserer Zeit. Möglicherweise ist das eine Bedingung für die Entstehung höher entwickelten Lebens. Die Astronomen beobachten Galaxien, in denen es ganz anders aussieht. Galaxien mit extremer Sternentstehung zum Beispiel. Es gibt einige dieser Starburst-Galaxien, wie sie unter Astronomen genannt werden. Die Amateur-astronomen schauen da gerne auf die Galaxie Messier 82 im Großen Bären, deren Erscheinungsbild einer explodierenden Zigarre ähnelt. Warum eine Galaxie zur Starburst-Galaxie wird , das kann viele Ursachen haben. Mit der kleinen Galaxie NGC 660, bei der es hier um diesen kleinen Aufsatz gehen soll, haben wir es mit einer Starburst-Galaxie zu tun, die noch ein weiteres Merkmal aufweist. Sie ist eine der seltenen Polarring-Galaxien.

Polarring-Galaxien sind etwas ganz besonderes. Die Astronomen nehmen an, dass diese Galaxien das Ergebnis vom Zusammenstoß zweier Galaxien sind, die sich im Winkel von 90 Grad durchwandern . Die Masse der kleineren Galaxie konzentriert mit ihrer Anziehungskraft die Sterne der größeren Galaxie nach innen und hinterlässt einen sternenarmen Raum. Die äußeren Spiralarme können als Ring erhalten bleiben, weil sie die Gravitation der kleineren Galaxie nicht spüren. Nach dem Durchdringen kann sich die kleine Galaxie in vielen Fällen wieder entfernen. Die ursprüngliche Spiralgalaxie ist aber durch diesen Eingriff in ihrer Struktur gestört und tritt als Polarring-Galaxie in Erscheinung. Die Wagenradgalaxie im Sternbild Bildhauer ist ein Musterbeispiel einer Polarring-Galaxie. Leider ist sie wegen ihrer geringen Deklination in Mitteleuropa nicht zu beobachten. Aber wir wollen uns NGC 660 anschauen, die im Sternbild der Fische ein gutes Ziel für den mitteleuropäischen Beobachter ist. NGC 660 ist vermutlich durch einen Verschmelzungsprozess zweier Galaxien zur Polarring-Galaxie geworden. Der Ring der Galaxie und das kompakte Zentrum sind um etwa 60 Grad gegeneinander geneigt. Zudem zeigt der Ring noch eine sichtbare Verbiegung, die auf den gravitativen Einfluss der nördlicher liegenden Galaxie IC 148 zurückzuführen sein könnte. Der Zusammenstoß der beiden Galaxien ist nach Simulationsmodellen etwa eine Milliarde Jahre her. Das passt gut mit den beobachteten Sternpopulationen im zentralen Bereich der Galaxie zusammen. Dort befinden sich zahlreiche ältere und mittelalte Sterne, die ein gelbliches Licht aussenden. Im Ring um den kompakten Kern befinden sich viele blaue Sterne, die noch recht jung sind. Dort gibt es aktive Sternenentstehung. Auch der zentrale Bereich der Galaxie zeigt hohe Aktivität. Der Gasanteil der Galaxie NGC 660 ist ungewöhnlich hoch. Die Verschmelzungsprozesse führen zur Sternenentstehung . Dabei entstehen auch massereiche Sterne, die nur eine kurze Brenndauer haben und in Supernovae vergehen. Solche Supernovae regen durch ausgesendete Schockwellen weitere Sternentstehung an. Es entsteht eine Art Kettenreaktion, deren Aktivität die Starburst-Galaxien auszeichnet. Im Jahr 2012 entdeckten Radioastronomen eine helle Quelle nahe des Zentrums der Galaxie NGC 660. Wegen der raschen Veränderlichkeit sollte die Quelle nicht größer als 32 Lichtjahre groß sein. Es könnte ein kompakter Sternhaufen sein, der noch sehr jung ist. Tief im Staub der Galaxie versteckt , kommt nur die Radiostrahlung zur Erde durch. Das ist typisch für Starburst- Galaxien und macht sie für die Forschung interessant. In den meisten Galaxien findet man in den Zentren nur noch alte , rote Sterne, was man am Erscheinungsbild gut nachvollziehen kann.

NGC 660 ist sicherlich ein spannendes Labor für die Astrophysik. Die schnelle Bewegung der Sterne des äußeren Rings lassen auf das Vorhandensein von Dunkler Materie schließen.

Immerhin finden sich ca. 580 Referenzen in der ADS-Datenbank. Die Galaxie ist gerade mal 45 Millionen Lichtjahre entfernt und man kann mit guten Teleskopen noch feinere Details auflösen. Sie ist mit 100.000 Lichtjahren im Durchmesser etwa so groß wie die Milchstraße . Selbst Amateurteleskope liefern ansehnliche Bilder. Visuell ist sie nicht so leicht zu erkennen. Sie hat nur eine Flächenhelligkeit von 14 mag. Die visuelle Helligkeit ist mit 10.7mag angegeben. Sie wurde von Wilhelm Herschel im Oktober 1784 entdeckt. Die Galaxie liegt 2,7 Grad südlich von Messier 74, einer großen Spiralgalaxie im Sternbild Fische.

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Beobachtungsprogramm Dezember 2025: Der Gasriese Jupiter


Wer in diesen Tagen am Osthimmel ein helles Gestirn bemerkt, der kann sicher sein, dass er den Planeten Jupiter erspäht hat. Der Jupiter wandert seiner Opposition im Januar 2026 entgegen und kann besonders gut beobachtet werden. Während des zwölfjährigen Umlaufs des Planeten um die Sonne überholt die Erde den Planeten etwa alle 13 Monate . Dabei nähern wir uns dem Riesenplaneten auf 633 Millionen Kilometer. Bereits im Feldstecher ist es möglich, die vier hellsten Monde Io, Callisto, Europa und Ganymed zu erkennen, wobei eine ruhige Hand oder ein Stativ hilfreich sind. Im Jahr 1610 entdeckte der italienische Naturwissenschaftler Galileo Galilei die vier Trabanten des Jupiter, fast zeitgleich mit dem Ansbacher Astronomen Simon Marius. Galilei war dem Ansbacher nur einen Tag voraus. Ein Plagiatsstreit folgte trotzdem . Die Beobachtung mit dem Teleskop zeigt neben den Monden auch die turbulente Jupiteratmosphäre. Der Planet ist ein Gasplanet, der vermutlich nur einen kleinen mineralischen Kern besitzt. Die schnelle Rotation des Planeten zieht Hochdruck und Tiefdruckzonen zu Wolkenbändern , die den Planeten umgeben. Mit etwas Glück kann man den größten Wirbelsturm des Sonnensystems erspähen, der als Großer Roter Fleck seit mindestens 150 Jahren zu beobachten ist. In einigen Quellen wird die Entdeckung des Sturms bereits den Astronomen im 17.Jahrhundert zugeschrieben. Wegen einer größeren Beobachtungslücke im 18.Jahrhundert, in der der Große Rote Fleck nicht beschrieben wurde, ist die frühe Entdeckung des Wirbelsturms nicht eindeutig. Sicher ist nur, dass der Wirbelsturm in den letzten 100 Jahren seine Form und die Intensität der Farbe stark variiert hat. Die Veränderungen in der Jupiteratmosphäre beschäftigen die Astronomie seit vielen Jahren und auch die Amateurbeobachter haben ihren Anteil daran. Der Jupiter wird im Dezember und Januar bei den öffentlichen Beobachtungen am 5. Dezember und am 17. Dezember ab 20:30 Uhr im Teleskop zu sehen sein, sofern das Wetter mit spielt.

Würde man einen Astronomen aus dem alten Griechenland vor 2500 Jahren in einer Zeitmaschine ins frühe Mittelalter entführen, so würde er bezüglich des Wissens über den Planeten Jupiter wohlmöglich nicht viel Neues erfahren. Vermutlich wäre sogar ein Mensch der Bronzezeit nicht sonderlich beeindruckt. Ein kurzer Trip in die heutige Zeit würde ihn wahrscheinlich überfordern.

Jupiter gehört zu den Himmelskörpern, die seit Urzeiten bekannt sind. Kein Wunder, seine dominante Helligkeit am Nachthimmel macht ihn zu einem auffälligen Gestirn. In vielen Kulturen der Antike wurde Jupiter als Gottheit verehrt. So entsprach er bei den Babyloniern der Gottheit Marduk. Die Römer verehrten Jupiter als oberste Gottheit Zeus. In den Frühzeiten des Christentums galt Jupiter sogar noch als Stern der Könige. So wurde die enge Konjunktion zwischen Jupiter und Saturn als Zeichen für die Geburt eines neuen Königs gedeutet.

Dann versank die astronomische Forschung offensichtlich in den Dornröschenschlaf. Für den Alltag der Menschen hatten die Sterne keine Bedeutung. Ein religiöses Weltbild blockierte die Forschung. Die wissenschaftliche Revolution, die mit der Entdeckung Amerikas eingeläutet wurde, revolutionierte auch die Astronomie. Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler zwangen die Planeten in feste Bahnen und verbannten die Erde aus dem Mittelpunkt des Universums. Und Galileo Galilei nutzte das neu erfundene Fernrohr um erste Beobachtungen des Sternhimmels zu machen.

Am 7. Januar 1610 richtete er sein kleines Fernrohr auf den Jupiter und entdeckte vier kleine Begleiter. Das war eine Sensation, weil man dogmatisch der Meinung war, dass die Erde und die Sonne die einzigen Himmelskörper waren, die von Begleitern umkreist werden. Und nun hat der Jupiter sogar vier davon. Galilei nannte die Himmelskörper die Mediceischen Gestirne, nach der italienischen Adelsfamilie Medici. Heute sind sie eher als Galileische Monde im Sprachgebrauch. Die vier großen Himmelskörper Io, Europa, Callisto und Ganymed sind bereits in Ferngläsern und kleinen Teleskopen sichtbar und jeder Besitzer eines solchen Gerätes kann den Tanz der Monde um Jupiter verfolgen. Unabhängig davon entdeckte übrigens der Gunzenhausener Mathematiker und Astronom Simon Marius einen Tag nach Galilei die vier Monde. Sein Zögern bei der Veröffentlichung der Beobachtung vereitelte den Entdeckerruhm. Ob die Gestirne dann die Gunzenhauser Monde genannt werden würden ? Wer weiß ! Die Entdeckung der Monde war schon eine Revolution, die ein Sargnagel für das kirchlich bevorzugte ptolemäische Weltbild gewesen ist. Das brachte Galileio Galilei in die bekannten Schwierigkeiten, weil er es sich mit den Gönnern der Kirche, darunter Papst Urban VIII, verscherzte. Der Scheiterhaufen blieb ihm zwar erspart, dennoch verbrachte er den Lebensabend in Hausarrest, aber wohl unter recht guten Bedingungen. Galilei war eben doch ein Star unter den Wissenschaftlern. Rehabilitiert wurde er übrigens erst 1992 von Johannes Paul II.

Die folgenden Jahre gehörten der Wissenschaft. Die Entwicklung wissenschaftlicher Geräte, wie Mikroskope, Teleskope, Barometer, Thermometer stießen eine goldene Zeit an. Der liebe Gott wurde immer mehr zum stillen Beobachter seiner Schöpfung, die mit mechanischer Genauigkeit funktionierte. Die Theorie der Gravitation, des Lichtes und später die des Elektromagnetismus und die Verfeinerung der Beobachtungsinstrumente wandelte die Sicht auf den Jupiter. Mit besseren Teleskopen konnte man Ende des 17 Jahrhunderts bereits die Oberfläche des Jupiters sehen.

So beobachtete der Entdecker des Saturnringe Giovanni Cassini bereits 1672 die beiden Wolkenstreifen und einen Wirbelsturm, der in der Literatur oftmals als Großer Roter Fleck gedeutet wurde. Die Entdeckung dieses Sturms geht auf den Astronomen Robert Hooke zurück, der das Oval zum ersten Mal am 9.Mai 1664 sichtete. Im 18 Jahrhundert wurde der Wirbelsturm nicht mehr gesichtet, zumindest gibt es keine gesicherten Beobachtungen. Erst im Jahr 1831 sichtete der Apotheker Erich Samuel Schwabe den roten Fleck. Aber erst im Jahr 1879 wurden der Große Rote Fleck und seine Erscheinung systematisch beobachtet. In den Folgejahren verblasste der Fleck immer wieder mal und trat danach wieder leuchtkräftig in Erscheinung. Möglicherweise spielt die chemische Verbindung Ammoniak, die sich als Wolke über ihn legt, eine Rolle.

Die Beobachtung des Jupiters im 18 und 19. Jahrhundert geschah durchweg visuell und die Beobachter zeichneten möglichst detailreich die Oberflächenstrukturen. Die Vorgehensweise ist unter Hobbyastronomen ebenfalls noch beliebt, wird aber immer mehr von der fotografischen Dokumentation verdrängt. Jupiter ist im Okular aber schon eine tolle Erscheinung. Wer die Möglichkeit hat, der sollte den Einsatz eines Binokulars versuchen.

Im 20 Jahrhundert eroberte die Fotografie, wie angedeutet, die Astronomie. Während die Aufnahmen der 50 er Jahre des letzten Jahrhunderts selbst beim Einsatz von Großteleskopen nicht an die visuelle Beobachtung herankam, so erreichen heute bereits kleine Amateurteleskope eine hervorragende Qualität.

Bereits in den 70ern wurde der Jupiter von ersten Raumsonden besucht. Im Jahr 1973 sauste Poinier 10 an Jupiter vorbei. Es folgten Pionier 11, Voyager 1 und 2, Ulysses , Galileo , Cassini-Huygens, New Horizons und zuletzt die Sonde Juno.

Voyager 1 und 2 waren bahnbrechende Missionen, was die Erforschung des äußeren Sonnensystems betrifft. Die Sonde Galileo war speziell für die Erkundung des Jupiters ausgelegt. Ihr verdanken wir viele Erkenntnisse über die Eigenschaften der Monde, Anzahl der Monde sowieso, das Magnetfeld des Jupiters, die schwachen Ringe des Jupiters. Man könnte sagen, dass die Galileo-Mission das Wissen um Jupiter von ein paar Notizen zu einer Enzyklopädie anwachsen ließ. Gallieo war 14 Jahre im Einsatz von 1989 bis 2003. Sie wurde Zeuge des Kometeneinschlages von Showmaker-Levy 9 im Jahr 1994. Die Sonde befand sich zwar noch in 230 Mio. km Distanz zu Jupiter, doch war sie der einzige Außenposten, der einen direkten Blick auf den Kometeneinschlag aufnehmen konnte. Der Komet schlug leider auf der erdabgewandten Seite des Planeten ein. Etwas bedauerlich ist, dass Galileo eigentlich schon lange am Jupiter sein sollte. Der Start der Mission verschob sich damals wegen des Unglücks der Raumfähre Challenger um 2 Jahre. Im Jahr 1995 gelangte Galileo in die Umlaufbahn des Jupiters und nahm seine Arbeit auf, die von leichten technischen Mängeln, wie eine defekte Antenne, geprägt war. Im September 2003 stürzte die Raumsonde in den Jupiter. Die aktuelle Juno-Mission erkundet in erster Linie die Atmosphärischen Verhältnisse des Jupiters und den inneren Aufbau. Mit dabei ist eine Kamera im visuellen Bereich, die eigentlich nur für schöne Fotos installiert wurde. Die Kamera liefert aber sensationelle Ansichten der Jupiteratmosphäre und ist der heimliche Star der Juno-Mission. Überflüge über den Großen Roten Fleck sind schon spektakulär. Die Analyse der Daten von Juno ist in vollem Gange. Die Modelle, die für den inneren Aufbau des Jupiters erstellt werden, gewinnen immer mehr an Komplexität. In alten Büchern wird der Planet als Gasplanet mit einem metallischen Wasserstoffkern beschrieben. So einfach scheint es aber nicht zu sein. Juno kann Gravitationsanomalien entdecken, die auf mehrschaligen Aufbau des Planeten schließen lassen. Insgesamt geht es im Planeteninnern sehr viel dynamischer zu als bisher bekannt. Das Magnetfeld und die Gewitteraktivität sind stärker als vermutet. Die äußere Atmosphäre erreicht eine Temperatur von -120°C . Im heißen Inneren ist es aber wohl 20000°C heiß. Das führt zu Konvektionsbewegungen, die auch das Magnetfeld erzeugen. Der feste Kern hat einen Durchmesser von vermutlich weniger als 30.000 km. Darüber lagert Wasserstoff, der wegen der Temperatur und Druckverhältnissen metallisch ist. Die obere Atmosphäre, bestehend aus Wasserstoff, Methan, Helium und etwas Ammoniak ist relativ dünn mit nur 3000 km Tiefe. Etwas verwundert waren die Forscher auch über die Eigenschaften des inneren Kerns. Ging man früher von einem festen Kern aus, so passen die Modelle eher zu einem weicheren Kern. Die Ursache dafür ist noch rätselhaft. Ein Kollision mit einem großen Planetensimale in der Frühzeit des Sonnensystems wäre denkbar.

Man kann gespannt sein, wie der größte Planet des Sonnensystems aufgebaut ist. Die Ergebnisse geben jedenfalls einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Sonnensystems. Jupiter ist neuesten Erkenntnissen zu Folge der älteste Planet des Sonnensystems.

In den nächsten Wochen ist der Jupiter gut zu beobachten. In unseren Amateurgeräten ist der Anblick viel eindrucksvoller als in den Geräten des 17 und 18.Jahrhunderts. Die Juno-Cam liefert natürlich atemberaubende Bilder. Doch der Live-Eindruck ist eine andere Erfahrung. Von Marduk bis Juno. Von Juno bis … was noch kommt. Der Jupiter bleibt der Königsplanet.

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Beobachtungsprogramm November 2025: Der Sternenhimmel über Borken

Die Lichtverschmutzung, ein unterschätztes Umweltproblem

Wie viele Sterne sieht man noch ? Jetzt zur dunklen Jahreszeit kann man den Sternhimmel in den frühen Abendstunden bewundern. Den Sternreichtum, der vielleicht noch in der Erinnerung älterer Mitmenschen schwelgt, den sieht man nicht. Die urbane Lebensweise verführt uns die Nacht zum Tag zu machen. Effiziente LED-Leuchten versprechen umweltschonendes Licht. So ist es nicht nur der öffentliche Raum, der hell beleuchtet wird, auch private Flächen werden nachts in helle Szene gesetzt. So manche Lichterkette ziert den Garten, so mancher Baum ist wie ein Denkmal beleuchtet. Außenfassaden werden Projektionsfläche bunter Strahler.

Nein, die Sonne geht nicht im Norden auf. Das Licht eines Gewächshauses erhellt den ganzen Himmel.

Das künstliche Licht dringt dabei auch in den Naturraum. Der gestirnte Himmel wird mehr und mehr unsichtbar. Mittlerweile wird das Problem der Lichtverschmutzung in vielen Kreisen diskutiert. Der Einfluss des Lichtes auf die Ökologie ist sehr groß. Über die Hälfte aller Tierarten, insbesondere Insekten, sind nachtaktiv und benötigen die Dunkelheit. Beleuchtung an Gewässern kann die Vermehrung von Blaualgen begünstigen. Pflanzen verlieren ihre Blätter später, weil das Kunstlicht ihnen längere Tage vorgaukelt. Selbst der Mensch verliert seinen Tagundnacht-Rhythmus . Der Himmel über Europa wird immer heller, jährlich um 10 bis 15% . Die Energieersparnis durch effizientere LEDs wird durch die Installation von immer mehr Licht wettgemacht. Man spricht vom Rebound-Effekt.

Lichtquellen im ländlichen Raum werden zur Todesfalle vieler Insekten, die sich nicht dem Bann des Lichtes entziehen können.

Sicherlich ist das Licht nicht aus unserer Welt wegzudenken. Darum geht es den Naturfreunden auch nicht. Es aber darum, das Licht als Umweltproblem wahrzunehmen. Einfach mal abschalten, was nicht gebraucht wird, wäre schon ein erster Schritt.

Die Sternfreunde bringen den Menschen das Thema der Lichtverschmutzung an den öffentlichen Abenden gerne nahe und zeigen ihnen die Schönheit des Sternenhimmels durch ihr Teleskop. Gelegenheit bieten sie am 7.November 2025 und am 20.November 2025 ab 20:30 Uhr an der Josef Bresser-Sternwarte in Hoxfeld.

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Berichte

Kometen im Oktober 2025

Josef Bresser Sternwarte

Zwei Kometen zeigten sich im Oktober 2025 am abendlichen Sternenhimmel. Leider aber meistens hinter einer geschlossenen Wolkendecke. So musste man förmlich nach Wolkenlücken suchen, um die beiden Kometen zu Gesicht zu bekommen. Am leichtesten zu finden war der Komet C/2025 A6 Lemmon, der vom Kleinen Löwen in Richtung Bootes und dem Schlangenträger wanderte. Der Komet bildete eine wunderschönen Schweif aus und war in der dritten Oktoberwoche im Fernglas gut auszumachen. Ein zweiter Komet, der Komet C/2025 R2 SWAN, wandertet tiefer am Horizont von der Waage , Schlangenträger in Richtung Wassermann. Im Fernglas zeigte er sich als nebeliger Fleck. Das Foto entlarvte ihn als grünen Komet, dessen Farbe auf Di- Kohlenstoff zurückzuführen, ein sehr reaktives Gas.

Der Komet C/2025 A6 Lemmon zeigte ebenfalls eine deutlich grüne Koma, aber ebenso einen ausgeprägten Staubschweif. Dieser war beim Komet SWAN nicht zu erkennen. C/2025 R2 SWAN wurde Anfang September 2025 auf den Aufnahmen des SWAN-Instruments der SOHO-Mission entdeckt, die für die Beobachtung der Sonne im Weltraum stationiert ist. Am 27.Oktober entfernte sich C/2025 R2 SWAN bereits wieder in die Tiefe des interplanetarischen Raums und hatte eine Distanz von 47,8 Mill. Kilometer zur Erde, also 0,32 Astronomische Einheiten. Das ist sogar verhältnismäßig nah. Deswegen kann man ihn bereits mit Ferngläsern als schwachen Nebel finden. Komet C/2025 A6 Lemmon war zu dieser Zeit 103 Millionen Kilometer entfernt . Seine Entfernung zur Sonne lag bei ca. 90 Mio km. SWANs Entfernung war da schon bei 165 Mio. Kilometer . Die Erscheinung von Kometen sind immer Wundertüten. Die Bahn am Himmel und die Aktivität des Kometen sind maßgeblich für das Erscheinungsbild am Himmel verantwortlich. Im Oktober 2025 wird das wieder durch zwei Kometen, die man zeitgleich beobachten konnte , deutlich.