Am 1.September 2026 entdeckte das ATLAS-Programm, das ja eigentlich nach Asteroiden suchen soll die der Erde gefährlich werden könnten, eine Supernova in der Galaxie NGC 7331 im Sternbild Pegasus. Die Supernova SN2026aaiv wurde als Supernova vom Typ Ia identifiziert. Hierbei handelt es sich um ein kataklysmisches System, bei dem ein Weißer Zwerg von seinem Begleitstern, vornehmlich ein Roter Riesenstern, soviel Materie absaugt, bis er die kritische Masse von 1,44 Sonnenmassen erreicht. Nun kommt es zu einer heftigen Nuklearreaktion, die den Weißen Zwerg zerreißen könnte. Mehrere Wochen ist die Explosion als „neuer“ Stern in der Heimatgalaxie zu sehen. Statistisch betrachtet kann man sagen, dass pro Jahrhundert 1 bis 3 Supernovae in einer Galaxie wie NGC 7331 zu erwarten sind. Aber Statistik kann im Einzelfall auch irren. So war die Supernova SN 2025rbs ebenfalls eine Supernova vom Typ Ia in der Galaxie NGC 7331. (siehe dazu https://sternfreunde-borken.de/2025/07/20/supernova-in-ngc-7331-sn2025rbs/ )
Insgesamt sah man in den letzten 70 Jahren 5 Supernovae in der Galaxie NGC 7331. NGC 7331 ist etwa 46 Millionen Lichtjahre entfernt. Am 5. September war die Supernova 14 mag hell. Ich konnte sie im Dobson (10“) nicht erkennen. Die Kamera hatte erwartungsgemäß kein Problem, die helle Supernova aufzunehmen.
Supernova SN2026 aaiv Aufnahme 8″ /812mm Newton
Wenn sich die Supernova ähnlich entwickelt wie die SN 2025rbs, kann sich die Helligkeit noch im eine Mag steigern. Damit wäre sie im 10“ Dobson bestimmt sichtbar. Man darf gespannt die Entwicklung verfolgen.
Update 09.09.26
In einer Wolkenlücke konnte ich mit dem 10″Dobson die Supernova nun leicht erkennen. Die Helligkeit würde ich auf 13 mag schätzen. Die wahre Leuchtkraft ist dann größer als 3 Milliarden Sonnen.
09.09.26 Update
Abends gelang mit dann eine einstündige Belichtung, die den Helligkeitsanstieg um eine Größenklasse bestätigte.
Der Komet 220P/McNaught umläuft die Sonne in 5,51 Jahren und gehört der Jupiterfamilie an. Robert McNaught entdeckte den periodischen Kometen im Jahr 2004 mit dem australischen Siding Spring Observatorium. Im Juni 2026 wurde ein starker Helligkeitsausbruch beobachtet. Der Komet steigerte seine Helligkeit um etwa 9 Magnituden und erschien als Fernglasobjekt mit 8,2 mag. Die Koma des Kometen wird immer größer, aber auch immer schwächer mit der Zeit. Im August konnte ich den Kometen mit dem Teleskop beobachten. Anfang August war er im 10“ Dobson noch leicht zu finden und sah sehr eindrucksvoll aus. Mitte des Monats war der Komet noch zu sehen, doch war seine Helligkeit schon stark verblasst. Die Kamera konnte aber die Koma und den langen Schweif noch wunderbar nachweisen.
Aufnahme des Kometen mit einem 8″ f/3,9 Newton
Nach dem Ausbruch lässt die Helligkeit des Kometen merklich nach.
Am 12.August fand in den Abendstunden eine bemerkenswerte Sonnenfinsternis statt . Der Totatlitätsstreifen überzog Island, den Atlantik und die iberische Halbinsel. In Borken war die Verfinsterung noch zu 88% zu beobachten. An der Sternwarte war deswegen der Andrang groß. Hier sind einige nette Impressionen von diesem schönen Sommerabend.
Etwas angefressen um 19:17 UhrDie Sonne im Auge , ob Teleskop oder mit Sofi-BrilleUm 19:59 UhrDie Technik funktioniert… Freude !!Noch 2 Minuten ???Warum teure Kameras, wenn das Telefon schon gute Bilder macht ?Maximale Bedeckung um 20:07 UhrCamera Obscura im Haus Pröbsting Nicht die Sonne im Blick ! Es gab auch die Venus zu sehen nach SonnenuntergangViel zu tun für die Teleskope
Viele zufriedene Gesichter bei etwa 400 Besuchern der Sternwarte. Ich hoffe, dass viele den schönen Anblick der Sonne bei blauem Himmel und warmen Temperaturen genossen haben.
Einige Besucher blieben übrigens bis spät in die Nacht, um die Sternschnuppen der Perseiden zu gucken.
3200 t bewegte Masse mit einem Reflektor von 100 m Durchmesser für einen tiefen Blick ins Universum!
Wie schafft man es, mit so einem Riesending präzise Beobachtungsergebnisse aus den fernsten Regionen des Alls zu erlangen?
Dieser Frage und noch vielen weiteren Geheimnissen kamen wir am 13. Juni anlässlich eines Besuchs am Radioteleskop in Effelsberg auf die Spur.
Beschränkten sich unsere Himmelsbeobachtungen bisher fast ausschließlich auf das optisch sichtbare Spektrum, so durften wir in einer exklusiven Führung erfahren, mit welchen Mitteln die Radioastronomie das Universum erkundet.
Was ist das für eine Konstruktion? Was kann sie, welche Erkenntnisse liefert sie und vor allem, wie geht das?
Noch sind wir ahnungslos, was da auf uns zukommt
Mit diesen Fragen und Gedanken ging es zuerst in den Besucherpavillon.
Ein äußerst spannender und auf unsere Bedürfnisse abgestimmter Vortrag zeigte uns zunächst die fantastischen Konstruktionsdetails der Mechanik mit nur 0,3 mm Justiergenauigkeit und einer extremen Formstabilität in allen Positionen. Es folgten ausführliche Informationen über die Signalgewinnung, deren Auswertungsmethoden und die astronomischen Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung und deren Grenzen. Aus dem riesigen Portfolio der Forschungsergebnisse lernten wir einige spannende Beispiele kennen und zu verstehen.
Dann kam natürlich der Wunsch auf, sich direkt zu Füßen des Teleskops einen Eindruck über die Größenverhältnisse zu verschaffen und diese einfach mal mit einem herzhaften „Boah wat´n Ding“ zu bestaunen. Vorbei ging es an einigen Infotafeln des Planetenwegs, des Milchstaßenwegs und des Galxienwegs des Max-Planck-Instituts mit einem Zwischenhalt an den LOFAR-Antennen. Diese ermöglichen die Beobachtungen im astronomischen Meterwellen-Bereich. Und plötzlich steht man ganz nah vor dem Ungetüm und wird den Gedanken an statische Berechnungen, Baukräne, Schweißarbeiten, Schrauben und Nieten nicht mehr los. Den Malern hat man versichert, dass sie bis zur Rente einen sicheren Arbeitsplatz hätten.
Vor Ehrfurcht erstarrt?!
Ein kurzer Gang führte uns dann zum letzten Highlight: Ein Besuch im Kontrollraum mit ausführlichen Erklärungen zur Steuerungs- und Datentechnik. Auch wenn es uns schwer fiel, wir ließen die Finger von der Tastatur und auch der Touchscreen war tabu.
Alles im Griff!
Auf dem Weg nach draußen ging es noch kurz durch das kleine Museum im Nachbarraum mit der Technik der 70er und 80er Jahre. Für die älteren von uns sicher auch mit einigen nostalgischen Gefühlen!
Na klar, diese Eindrücke mussten erst einmal verarbeitet werden. Was bietet sich da mehr an, als ein Besuch des kleinen Restaurants am Ausgang des Geländes. Getränke und kleine Speisen halfen uns dabei die Gedanken zu sortieren und einzuordnen.
Und man glaubt es kaum: Zum Schluss drehte sich das Teleskop auch noch und winkte uns zum Abschied zu.
Diese tolle Exkursion verdanken wir unserem Vereinsmitglied und ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter an diesem Radioteleskop Dirk Fiebig.
Lieber Dirk, vielen Dank dafür.
Vor allem aber, geht ein herzlicher Dank an das Team des Max-Plank-Institus für Radioastronomie für die spannende und kompetente Führung.
Welche astronomischen Aktivitäten gab es zu historischen Zeiten im Raum Borken? Wer konnte bereits das beobachten, was Kopernikus und Galileo entdeckt hatten? Welche Rolle spielten der Ballturm der Burg Gemen, der Sterndeuterturm am Schloss Raesfeld und das „Sterndeuterhaus“ in Borken? Und wie entwickelte sich die heimische Astronomie in neueren Zeiten?
Diesen Fragen versuchten wir Sternfreunde anlässlich der Teilnahme an der Aktion „Bewegte Geschichte“ im Rahmen der 800-Jahrfeier der Stadt Borken am 11. Juli nachzugehen.
In einer Präsentation am „Diebesturm“ der Stadt Borken konnten sich interessierte Besucherinnen und Besucher über bekannte und belegte Begebenheiten, aber auch über rätselhafte und geheimnisvolle Überlieferungen informieren.
Viele Fragen blieben jedoch noch offen, während man die Vereinsgründung und die Entstehung der Sternwarte in einer ausführlichen Dokumentation nachvollziehen konnte.
Mit einem Nachbau des Galileoteleskops konnte man den Blick auf maßstabsgetreue Bilder der Planeten Jupiter und Saturn in 150m Entfernung direkt im Vergleich zu einem modernen Amateurteleskop beurteilen und dabei Galileos geniale Beobachtungsgabe bewundern.
In vielen, intensiven Gesprächen zeigte sich ein großes Interesse an der Astronomie und an unserer Vereinsarbeit, während die Kleinen in einem Astromemory-Spiel erste astronomische Kenntnisse sammelten.
Am 1.Mai wanderte der Schatten von Ganymed in der Nähe vom GRF über Jupiter. Für den Fernrohrbesitzer sind solche Schattendurchgänge immer wieder ein besonderer beobachterischer Leckerbissen. Zudem wanderte der Jupitermond Europa vor die Jupiter-Scheibe. Das Schattenspiel begann bereits um 20.00 Uhr, als die Sonne noch nicht untergegangen war, somit im hellen Tageslicht. Anbei Impressionen von diesem Spiel der Jupiter Monde.
IRAS-Quellen sind bestimmt keine Premium-Ziele für die Hobby-Astronomie .
Im Jahr 1983 startete das IRAS-Teleskop als erstes Weltraumteleskop die Erkundung des Himmels nach Infrarotquellen. Das Teleskop war ein knappes Jahr in Betrieb bis das Kühlmittel zur Neige ging. Infrarotkameras müssen naturgemäß sehr weit herunter gekühlt werden. Das IRAS-Kamerasystem wurde auf unter 5 Kelvin abgekühlt. Auch das moderne James Webb-Teleskop, das im Infrarotlicht arbeitet, wird auf unter 7 Kelvin heruntergekühlt. Diese Eigenschaften können Hobbyastronomen noch nicht liefern. Deswegen bleibt der Infrarothimmel den Weltraumteleskopen vorbehalten, zumal die Erdatmosphäre einen Großteil des Infrarotlichts ausfiltert.
Das IRAS-Teleskop untersuchte über 300.000 Infrarotquellen. Insbesondere Sternentstehungsgebiete waren von besonderem Interesse, weil das Infrarotlicht den Staubmantel um Sternentstehungsgebiete durchdringen kann. Aber es gibt ja mehr am Infrarothimmel zu entdecken.
Frosty Leo im 8″ F3,9 Newton-Teleskop . Die Ausschnittsvergrößerungen zeigen die äußeren Lobes (Ohren) und den hellen inneren Teil, der bipolar erscheint.
Die IRAS-Quelle IRAS 09371+121 wurde im Jahr 1986 gefunden. Im visuellen Bereich ist diese Quelle als Sternchen 11.Größe zu finden und selbst kleineren Amateurteleskopen zugänglich. Die Untersuchung des Objekts führte zu einem sehr ungewöhnlichen Objekt. Es wurde ein bipolarer Nebel gefunden, der einen Zentralstern der Spektralklasse K7 besitzt. Somit ähnelt er einem Planetarischen Nebel. Wir haben es allerdings wohl mit der Vorstufe eines solchen Nebels zu tun – einen protoplanetarischen Nebel. Der Zentralstern ist verlässt gerade die Hauptreihe und wandelt sich zum Roten Riesenstern, der sich seiner äußeren Gashülle entledigt und sich zum Planetarischen Nebel entwickelt. Ähnliches steht der Sonne in den nächsten 4 bis 5 Milliarden Jahren bevor. Der Stern selbst ist übrigens nicht sichtbar, weil sein Licht durch die Staubhülle stark geschwächt wird. Einzigartig ist dabei die Beobachtung, dass in seiner Umgebung Wassermoleküle gefunden wurden. Die sind aber nicht als Wasserdampf beobachtet worden, sondern als Eiskristalle , die an silikatischen Staub gebunden sind. Der sichtbare Nebel entsteht nicht durch Emission, sondern ist ein Reflexionsnebel, der das Licht des zentralen Sterns reflektiert. Die Entdeckung des Eises war für die Astronomen sehr überraschend. Deswegen wurde der kleine Nebel „Frosty Leo“ getauft. Das Objekt ist, wie der Name es schon verrät, im Sternbild Löwe zu finden.
Frosty Leo ist also ein sehr junger Nebel. Sein Alter wird auf 1000- 3000 Jahre geschätzt. Der innere Teil, der die bipolare Struktur ausmacht, wird mit einem Alter von 600 Jahren angegeben. Es bleibt aber zu erwähnen, dass der Nebel etwa 10000 Lichtjahre von uns entfernt ist. Wir sprechen also vom Beobachtungsalter.
Frosty Leo gehört bestimmt nicht zu den spektakulären Anblicken im Teleskop. Die Beobachtung mit Amateurmitteln ist schon etwas herausfordernd . Der hellste Bereich ist nur 15 Bogensekunden groß. Astrofotos zeigen eine Größe von etwa 35 Bogensekunden. So viele Details wird man also nicht wahrnehmen können.
Ich hatte Frosty Leo mit einem 8“ Teleskop , einer ASI 294mm fotografiert. Es sind keine sehr langen Belichtungszeiten erforderlich, um den zweigeteilten Nebel mit den beiden Öhrchen (Astronomen nennen die Ohren Lobes) abzubilden.
Aufsuchkarte für Frosty Leo. Nordöstlich des Sterns Xi Leo findet man ein markantes Dreieck aus Sternen. Etwas darunter gibt es 4 Sterne, die eine Linie bilden. Unterhalb des östlichsten Sterns findet man Frosty Leo. Bei hoher Vergrößerung sitzt er auf der Spitze eines kleinen Dreiecks von Sternen der 13. Größe.Eine Sternfeldaufnahme mit einen 400mm Teleobjektiv hilft als Übersicht für die Suche
Im 10“ Dobson Teleskop war Frosty Leo ebenfalls zu sehen. Nach dem Aufsuchen mittels Starhopping, für das man eine gute Sternkarte benötigt, kann man den nebeligen Charakter von Frosty Leo mit hoher Vergrößerung wahrnehmen. Im 16 Zöller soll man sogar die bipolare Struktur erkennen. Kontrastfilter , wie ein OIII oder ein UHC-Filter bringen keinen Vorteil. Wie schon geschrieben, ist der Nebel um den Zentralstern ein Reflexions-Nebel.
Es ist insgesamt ein eher subtiles Objekt. Seit der Entdeckung sind aber 165 wissenschaftliche Arbeiten (Stand 2026) im Zusammenhang mit Frosty Leo veröffentlicht worden.
Ein Geheimtipp , der in den Lonely Objekt-Führer des Universums gehört, ist der Frosty Leo also nicht.
Am 30. Januar 2026 entdeckte der japanische Astronom Masaki Tsuboi einen neuen Stern in der Nähe der Galaxie NGC 2398. Die Galaxie ist eher gewöhnlich , besitzt eine Helligkeit von 14,4 mag und befindet sich im Sternbild Zwillinge. Der neue Stern aber , eine Supernova, zeigte einen sehr schnellen Helligkeitsanstieg und war schon bald heller als 16 mag. Die Untersuchung des Spektrums brachte eine Rotverschiebung von z=0.029724 zu Tage . Die Zugehörigkeit zur Galaxie NGC 2398 mit einer Rotverschiebung von z=0.029517 war schon sehr naheliegend. Allerdings befindet sich die neue Supernova fast 2 Bogenminuten vom Zentrum der Galaxie entfernt. Die Galaxie ist etwa 400 Millionen Lichtjahre entfernt. Somit würde die Supernova ebenfalls 230.000 Lichtjahre entfernt vom Zentrum der Galaxie zu finden sein. NGC 2398 wäre schon sehr groß.
Aufnahme von NGC 2398 mit AT2026cex im Februar 2026 .
Die sonderbaren Eigenschaften der Supernova, der schnelle Helligkeitsanstieg und die detektierte große Leuchtkraft waren Anlass der Astronomen , den neuen Stern als ein LFBOT zu klassifizieren. Wer nun nichts mit diesen Kürzeln anzufangen weiß, der ist wohl in guter Gesellschaft. LFBOT steht für Luminous fast blue optical transient. Ins deutsche Übersetzt hat das die Bedeutung: heller, schneller, blauer Vorübergehender. Die Klasse der LFBOT-Erscheinungen ist noch recht jung. Sie beschreibt eben außergewöhnlich helle Supernovae, die einen ziemlich schnellen Anstieg der Helligkeit haben, dann aber auch rasch wieder abklingen. Bisher hat man nur wenige dieser Ereignisse beobachten können. Sie sind sehr rar. Die Supernova in NGC 2398, auch AT 2026cex genannt, wäre erst die zehnte Supernova dieser Art. Das Interesse daran ist entsprechend groß, zumal die genauen Umstände für diese Art von Energieausbruch noch nicht geklärt sind.
Die erste Supernova dieser Art wurde im Jahr 2018 in der Galaxie CGCG 137-068 entdeckt, einer lichtschwachen Galaxie im Sternbild Herkules. Die Explosion eines Sterns in der 200 Mio. Lichtjahre fernen Galaxie war 100mal heller als übliche Supernovae. Auch war ihr Erscheinen und Abklingen sehr rasch. Der zufällige Name der Supernova, der auf die Nomenklatur von Supernova-Entdeckungen zurückzuführen ist, ist AT2018cow. Schnell bekam sie den Spitznamen „die Kuh“. Die Kuh war also ein seltenes astronomisches Ereignis, das einen intensiven Energieausbruch erzeugt, 100 mal mehr als ein „normaler“ Sternenkollaps. AT2018cow wurde deswegen aufmerksam beobachtet. Es wurden einige Vorschläge erarbeitet, die diesen extremen Energieausbruch erklären könnten. In einigen dieser Szenarien wird ein Stern zügig von einem Neutronenstern oder einem Schwarzen Loch gefressen. Auch ein Weißer Zwerg können Opfer eines Masse-Giganten geworden sein . Denkbar wären auch Wirkungen relativistischer Jets eines Neutronensterns auf die zirkumpolare Scheibe eines anderen Sterns.
Sicher ist nur, dass ein kleiner Raumbereich betroffen ist, also dass das Objekt, das die Supernova ausgelöst hat, sehr klein ist. Ein schneller Lichtwechsel von AT2018cow von 4,4 Millisekunden lassen auf eine maximale Größe von ca. 1300 km Durchmesser schließen. Vermutlich ist es ein Neutronenstern, vielleicht ein Schwarzes Loch.
Die Astronomen erhoffen sich, dass die vielen Himmelsdurchmusterungen, wie PANSTARRS,ZTF und co , weitere LFBOTs entdecken werden, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Und AT 2026cex wurde zunächst als ein solches seltenes Ereignis identifiziert.
Kommen wir aber nun von der Kuh zu Tur Tur. In der Augsburger Puppenkiste war Tur Tur ein Scheinriese , der aus großer Entfernung groß wirkte und näher kommend immer kleiner wurde. Neue Beobachtungen ergaben, dass AT2026cex mehr Scheinriese ist als eine neue Kuh.
Schaut man sich die Region um AT2026cex vor dem Ereignis an, dann findet man dort einen Stern der 20.Größenklasse. Für einen Stern in einer Distanz ist das viel zu hell. Zweites Argument gegen einen LFBOT wäre der Anstieg von nur 5 bis 6 Magnituden. Das wäre wiederum zu wenig.
Der Vergleich der Aufnahme vom 9.2.2026 mit einer alten Aufnahme aus den Sloan Digital Sky Survey. Der Stern ist nur schwach erkennbar.
Der Astrometriesatellit Gaia hatte den Stern vermessen und fand eine stellare Parallaxe von 3,030 Millibogensekunden, was einer Entfernung von ca. 1065 Lichtjahren entspricht. Es wäre noch die Möglichkeit zu diskutieren, dass der LBOT genau in der Sichtlinie zu diesem Stern liegt. Das wäre in ziemlicher Zufall, aber dennoch möglich. Aber Folgebeobachtungen brachten weitere Details ans Licht, die den Verdacht erhärteten, nur eine „einfache“ galaktische Nova beobachtet zu haben.
Der plötzliche Anstieg der Helligkeit um 5 bis 6 Größenklassen passt nämlich gut zu einer galaktischen Nova. Spätere Beobachtungen zeigen dann auch eine Helligkeitsschwankung mit einer Periode von etwa 80 Minuten, ein ebenso typisches Phänomen für eine Akkretionsscheibe eines binären Sternsystems.
Somit wurde das seltene LFBOT -Ereignis zu einer galaktischen Nova, die nicht ganz so selten sind. Von der Kuh zu Tur Tur …
Sollte am Abend des 19. Januar, ganz zu Beginn des Jahres, das spektakulärste Himmelsschauspiel des Jahres stattfinden? Womöglich! Am Abend des 18. Januar gegen 18Uhr (UT) beobachtete das Sonnenobservatorium GOES einen starken Ausbruch auf der Sonne, der einen koronalen Massenauswurf zur Folge hatte. Die Experten sprachen von einem Long duration-Flare der Klasse X1.9 mit einem Full Halo-CME. Das bedeutet, dass eine Menge elektrisch geladener Teilchen mit hoher Geschwindigkeit auf dem Weg zur Erde waren. Die Warnung vor Polarlicht galt für die nächsten 24 bis 48 Stunden. Bereits am Nachmittag des 19. Januar kündigte sich der eintreffende Teilchenstrom am EPAM-Instrument des ACE-Satelliten an. Das EPAM detektierte eintreffende Protonen. Vor dem Impakt der Hauptteilchenwolke steigen die Protonenzahlen stark und rampenförmig an. Irgendwann trifft dann die Schockwelle des Sonnewinds auf den ACE-Satelliten und die Sonnenwindwerte steigen dann stark an. Mit 1600 km/s waren diese Teilchen sehr schnell unterwegs und trafen bereits in den frühen Abendstunden mit der Dämmerung bei uns ein. Im Polarlichtforum von Meteoros liefen schon seit Stunden heiße Diskussionen. Und so begab ich mich schon kurz vor dem Impakt an einen dunkeln Ort, der aus meiner Sicht geeignet war. Das Schwarze Venn zwischen Heiden und Reken versprach eine gut Stelle für die Polarlichtbeobachtung zu sein. Der Ort ist einigermaßen dunkel und nach Norden gab es keine nahe Stadt. Allenfalls die Autobahn musste man etwas aus dem Bild verbannen. Der Himmel war dank eines Hochdruckgebiets übrigens klar und der Mond sollte den Himmel auch nicht aufhellen. Dort angekommen , stellte ich die Kamera auf und machte einige Bilder zur Kontrolle. Ich musste aber feststellen,dass ich weder ein Ersatzakku , noch die Powerbank für die Objektivheizung dabei hatte- ein blöder Anfängerfehler. Aber was solls. Im Nachhinein war das auch nicht so schlimm. Auf den ersten Aufnahmen konnte ich tief im Norden einen roten Schimmer erkennen, direkt neben einer helleren Lichtquelle, die vielleicht von der Raststätte Hochmoor der Autobahn herkam.
Toll…Polarlicht genau neben einer Lichtquelle….
„Schon blöd“, dachte ich. Polarlicht genau neben einer anderen Lichtquelle. Aber es blieb ja nicht dabei. Mit jeder Minute wurde die rote Fläche größer und mit einem Male wurde das Polarlicht auch für das menschliche Auge sichtbar. Das sah schon toll aus. Es war aber wegen der Werte des Sonnenwinds schon zu erwarten. Was allerdings in den nächsten Stunden ab 21 Uhr bis 0:30 Uhr geschah, das hatten nur wenige so erwartet. Das Polarlicht am 19. Januar übertraf an Intensität das Polarlicht vom 11.Mai 2024 . Helle Polarlichtbänder im Zenit waren zu sehen. Polarlicht im Sternbild Orion. Der Himmel glühte im Norden durchweg grün. Rote Beamer erschienen und verblassten. War ich wirklich in Reken ? Der Himmel erinnerte an Island oder Norwegen.
Grünes Leuchten und rote Beamer
Die Kamera machte gottseidank eigenständig ihre Aufnahmen, so dass ich euphorisch die Polarlichter beobachten konnte. Es waren Minus 2 Grad , aber mir wurde nicht kalt. Ich bin irgendwie in den Rausch verfallen. Während der hellen Phase gegen 22:30 Uhr näherte sich mir tatsächlich ein Auto. Ein Polarlichtsuchender war noch unterwegs . Nach kurzem Gespräch wollte er los um seine Kamera zu holen, die noch in Heiden war. Es ist zwar schön Gleichgesinnte zu treffen, aber nur, wenn sie etwas defensiver mit ihren Autoscheinwerfern umgehen.
Auch an einsamen Orten ist man ja nicht allein. Über den Polarlichtchat der Meteoros-Gruppe und der Sternfreundegruppe spürte man die Begeisterung anderer Sternfreunde. An der Sternwarte waren auch einige Beobachter. So ist das in der digitalen Welt. Man steht im Austausch mit vielen Anderen. Gegen Mitternacht ließ die Aktivität dann nach . Sie war immer noch sehr hoch, aber weil der folgende Tag ein Dienstag war und der nicht arbeitsfrei war, brach ich gegen halb 1 ab. Meine Akkureserven waren auch pünktlich erschöpft. Die Objektive musst ich zwei,drei Mal mit der Autoheizung trocknen.
Grüner Bänder erschienen hoch im Zenit… Islandfeeling …
Der Dienstag war ein müder Tag. Die Aktivität des Sonnenwinds war aber noch hoch. Ich war hin und hergerissen. Sollte ich lieber schlafen gehen oder nochmal los? Ich packte alles zusammen und fuhr ins Schwarze Venn. An meinem Beobachtungsplatz stand ein Traktor, der hell beleuchtet arbeitete . Damit hatte ich nicht gerechnet. Es war ja schon 19:30 Uhr. Aber egal, ich fuhr einige hundert Meter weiter, bog in einen Feldweg ab und postierte mich völlig abgelegen an eine Wieseneinfahrt. Auf den ersten Aufnahmen konnte man das Polarlicht gut erkennen, dann auch wieder visuell. Es war weitaus schwächer als am Tag zuvor. Dennoch war es schön. Nach der ersten Welle wartete ich noch auf Weiteres . Aber es blieb dabei. Gegen 21 Uhr kamen noch zwei junge Männer mit dem Auto vorgefahren, stellten ihre Kameras auf. Sie wollten ebenfalls dem Spektakel beiwohnen. Laut ihrer App auf dem Handy sollte Polarlicht zu sehen sein. Ein Karte mit Sichtungen , die gerade oder nur wenige Minuten alt waren, sah man auf dem Display ihres Handys. Ich hatte schon seit einer halben Stunde nichts mehr gesehen. Auch das Polarlichtforum konnte keine Sichtungen melden. Das ist schon verwunderlich. Ich habe keine Ahnung, was die Leute da gesehen haben. Polarlicht wird es nicht gewesen sein. Ich packte meine Sachen jedenfalls zusammen, zumal der Himmel immer wolkiger wurde. In der Nacht zum Mittwoch gegen 0:30 Uhr ist anscheinend wohl noch mal Aktivität zu sehen gewesen. Bei uns war der Himmel aber bewölkt. Also hatte ich nichts verpasst.
Schöner, aber kurzer Ausbruch an anderer Lokation
Dieses besondere Polarlichtevent wurde von vielen Menschen gesehen und auch in den Medien geteilt. Viele Menschen werden begeistert gewesen sein und einige von ihnen werden auch zukünftigen Polarlichtern hinterher jagen. Diese großen Ereignisse sind hier aber sehr selten. Die hellsten Polarlichter , die ich gesehen habe, waren das Halloween-Polarlicht im Jahr 2003 am 30/31.10 2003, das Polarlicht im Mai 2024 und dann jenes Polarlicht am 19. Januar 2026. Viele kleine Polarlichtbeobachtungen, die meisten davon nur photographisch, waren zu beobachten. Oft waren diese sehr hübsch anzusehen. Die großen Ereignisse verschlagen einem aber einfach die Sprache.
Am 24. Januar 2026 war Günther Strauch an der Sternwarte und hatte eine Sequenz von Jupiter aufgenommen, in welcher sein Mond Ganymed aus Sicht der Erde verdeckt wurde und gleichzeitig der Große Rote Fleck zum Vorschein trat.
Auch wenn die Sichtbedingungen eine Herausforderung waren, entschloss Günther Strauch seine Beobachtung zu wagen und herausgekommen ist folgende Animation:
Jupiter verdeckt Ganymed (24.01.2026)
Die Sequenz wurde in der Zeit von 22:23 Uhr bis 0:24 Uhr MEZ aufgenommen.