Saturn im 16″SC-Teleskop der Sternwarte (G. Strauch)
Schon Galileo Galilei sah, dass der Planet Saturn etwas Besonderes ist. „Ich beobachtete den höchsten Planeten in dreigestaltiger Form“ schrieb er im Jahr 1610 nachdem er sich vorher mit dem Planeten Jupiter beschäftigt hatte. Der Saturn war zu seiner Zeit noch der entfernteste bekannte Planet. Der Uranus und der Neptun wurden viel später entdeckt. Der Niederländer Christiaan Huygens war es, der die Ringe des Saturns im Jahr 1655, richtig beschrieb. Mit besseren Teleskopen gelangen immer bessere Ausblicke auf den Planeten mit dem schönen Ringsystem. Heute kennt jedes Kind das Erscheinungsbild des Ringplaneten. Dennoch überrascht der Anblick im Okular des Teleskops die meisten Besucher der Sternwarte. Der Ring besteht aus vielen Staub- und Eisteilchen, die wohlmöglich die Überreste eines kleinen Mondes sind, der durch die Gezeitenkräfte des Saturns zerrissen wurde. Die Masse der Saturnringe ist 2000mal kleiner als die Masse des Erdmonds. Vermutlich ist er erst 300 bis 400 Millionen Jahre alt und durchaus ein vorrübergehendes Phänomen. Aber er wird uns auch noch einige Millionen Jahre erhalten bleiben. Der Saturn ist in den nächsten Monaten gut am Abendhimmel im Sternbild Fische zu beobachten. Die Sternfreunde haben den Planeten sehr gerne in das Beobachtungsprogramm der Sternwarte aufgenommen. Die Sternwarte in Hoxfeld ist am Freitag 02.10.26 und Donnerstag am 22.10.26 ab 20:30 Uhr geöffnet.
Am 1.September 2026 entdeckte das ATLAS-Programm, das ja eigentlich nach Asteroiden suchen soll die der Erde gefährlich werden könnten, eine Supernova in der Galaxie NGC 7331 im Sternbild Pegasus. Die Supernova SN2026aaiv wurde als Supernova vom Typ Ia identifiziert. Hierbei handelt es sich um ein kataklysmisches System, bei dem ein Weißer Zwerg von seinem Begleitstern, vornehmlich ein Roter Riesenstern, soviel Materie absaugt, bis er die kritische Masse von 1,44 Sonnenmassen erreicht. Nun kommt es zu einer heftigen Nuklearreaktion, die den Weißen Zwerg zerreißen könnte. Mehrere Wochen ist die Explosion als „neuer“ Stern in der Heimatgalaxie zu sehen. Statistisch betrachtet kann man sagen, dass pro Jahrhundert 1 bis 3 Supernovae in einer Galaxie wie NGC 7331 zu erwarten sind. Aber Statistik kann im Einzelfall auch irren. So war die Supernova SN 2025rbs ebenfalls eine Supernova vom Typ Ia in der Galaxie NGC 7331. (siehe dazu https://sternfreunde-borken.de/2025/07/20/supernova-in-ngc-7331-sn2025rbs/ )
Insgesamt sah man in den letzten 70 Jahren 5 Supernovae in der Galaxie NGC 7331. NGC 7331 ist etwa 46 Millionen Lichtjahre entfernt. Am 5. September war die Supernova 14 mag hell. Ich konnte sie im Dobson (10“) nicht erkennen. Die Kamera hatte erwartungsgemäß kein Problem, die helle Supernova aufzunehmen.
Supernova SN2026 aaiv Aufnahme 8″ /812mm Newton
Wenn sich die Supernova ähnlich entwickelt wie die SN 2025rbs, kann sich die Helligkeit noch im eine Mag steigern. Damit wäre sie im 10“ Dobson bestimmt sichtbar. Man darf gespannt die Entwicklung verfolgen.
Update 09.09.26
In einer Wolkenlücke konnte ich mit dem 10″Dobson die Supernova nun leicht erkennen. Die Helligkeit würde ich auf 13 mag schätzen. Die wahre Leuchtkraft ist dann größer als 3 Milliarden Sonnen.
09.09.26 Update
Abends gelang mit dann eine einstündige Belichtung, die den Helligkeitsanstieg um eine Größenklasse bestätigte.
16.09.26 Update
Die Supernova NGC 7331 SN2026aaiv ist nun deutlich heller als 13 mag. Meine Messungen mit der Software ASTAP ergaben eine Helligkeit von 12,6 mag. Sie hat ihre Helligkeit seit ihrer Entdeckung bei 18mag am 01.09.26 um das 150fache gesteigert.
Insgesamt leuchtet die Supernova nun am 16.09.26 mit der Leuchtkraft von 1,6 Milliarden Sonnen. Sie liegt zur Zeit aber noch eine Größenklasse zur Supernova NGC 7331 SN 2025rbs zurück. Diese erreichte etwa 2 Wochen nach ihrer Entdeckung die größte Helligkeit. Die aktuelle Supernova ist aber schon etwa 3 Wochen alt. Einen Helligkeitsanstieg ist nicht mehr so wahrscheinlich. Aber warten wir es ab.
Update 18.09.26:
Heute konnte ich die Supernova mit 12,4 mag messen.
Update 22.09.26 :
Bei hellem Mondschein konnte ich noch eine Aufnahme gewinnen. Die Messung mit der Software ASTAP lag bei 12,9 mag. Möglicherweise hat sie etwas an Helligkeit verloren.
Update 26.09.26 :
Kurz nach Vollmond. Die Messung der Helligkeit der Supernova war wieder bei 12,6 mag.