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Exkursion zum Radioteleskop in Effelsberg

3200 t bewegte Masse mit einem Reflektor von 100 m Durchmesser für einen tiefen Blick ins Universum!

Wie schafft man es, mit so einem Riesending präzise Beobachtungsergebnisse aus den fernsten Regionen des Alls zu erlangen?

Dieser Frage und noch vielen weiteren Geheimnissen kamen wir am 13. Juni anlässlich eines Besuchs am Radioteleskop in Effelsberg auf die Spur.

Beschränkten sich unsere Himmelsbeobachtungen bisher fast ausschließlich auf das optisch sichtbare Spektrum, so durften wir in einer exklusiven Führung erfahren, mit welchen Mitteln die Radioastronomie das Universum erkundet.

Was ist das für eine Konstruktion? Was kann sie, welche Erkenntnisse liefert sie und vor allem, wie geht das?

Noch sind wir ahnungslos, was da auf uns zukommt

Mit diesen Fragen und Gedanken ging es zuerst in den Besucherpavillon.

Ein äußerst spannender und auf unsere Bedürfnisse abgestimmter Vortrag zeigte uns zunächst die fantastischen Konstruktionsdetails der Mechanik mit nur 0,3 mm Justiergenauigkeit und einer extremen Formstabilität in allen Positionen. Es folgten ausführliche Informationen über die Signalgewinnung, deren Auswertungsmethoden und die astronomischen Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung und deren Grenzen. Aus dem riesigen Portfolio der Forschungsergebnisse lernten wir einige spannende Beispiele kennen und zu verstehen.

Dann kam natürlich der Wunsch auf, sich direkt zu Füßen des Teleskops einen Eindruck über die Größenverhältnisse zu verschaffen und diese einfach mal mit einem herzhaften „Boah wat´n Ding“ zu bestaunen. Vorbei ging es an einigen Infotafeln des Planetenwegs, des Milchstaßenwegs und des Galxienwegs des Max-Planck-Instituts mit einem Zwischenhalt an den LOFAR-Antennen. Diese ermöglichen die Beobachtungen im astronomischen Meterwellen-Bereich. Und plötzlich steht man ganz nah vor dem Ungetüm und wird den Gedanken an statische Berechnungen, Baukräne, Schweißarbeiten, Schrauben und Nieten nicht mehr los. Den Malern hat man versichert, dass sie bis zur Rente einen sicheren Arbeitsplatz hätten.

Vor Ehrfurcht erstarrt?!

Ein kurzer Gang führte uns dann zum letzten Highlight: Ein Besuch im Kontrollraum mit ausführlichen Erklärungen zur Steuerungs- und Datentechnik. Auch wenn es uns schwer fiel, wir ließen die Finger von der Tastatur und auch der Touchscreen war tabu.

Alles im Griff!

Auf dem Weg nach draußen ging es noch kurz durch das kleine Museum im Nachbarraum mit der Technik der 70er und 80er Jahre. Für die älteren von uns sicher auch mit einigen nostalgischen Gefühlen!

Na klar, diese Eindrücke mussten erst einmal verarbeitet werden. Was bietet sich da mehr an, als ein Besuch des kleinen Restaurants am Ausgang des Geländes. Getränke und kleine Speisen halfen uns dabei die Gedanken zu sortieren und einzuordnen.

Und man glaubt es kaum: Zum Schluss drehte sich das Teleskop auch noch und winkte uns zum Abschied zu.

Diese tolle Exkursion verdanken wir unserem Vereinsmitglied und ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter an diesem Radioteleskop Dirk Fiebig.

Lieber Dirk, vielen Dank dafür.

Vor allem aber, geht ein herzlicher Dank an das Team des Max-Plank-Institus für Radioastronomie für die spannende und kompetente Führung.

Die Sternfreunde Borken