
Der Juni ist der Monat der weißen Nächte. Jenseits des Polarkreises geht die Sonne gar nicht mehr unter und auch in unseren Breiten schließt sich die Morgendämmerung direkt der Abenddämmerung an. Für die Sternfreunde gibt es nur kurze Nächte Dafür beginnt die Saison für ein anderes himmlisches Schauspiel. In den Juninächten stehen die Chancen gut Leuchtende Nachtwolken zu sichten. Wie silbrige Schleier zieren sie in manchen Nächten den nördlichen Himmel. Mit dem Wettergeschehen haben die Wolken nichts zu tun. Sie entstehen in 80km Höhe fast im Weltraum. Dort kondensiert Wasser an kleinen Staubpartikeln, die durch Meteore oder durch Vulkanismus in diese Höhe gelangen können. Es wird auch vermutet, dass die zunehmenden Raumfahrtaktivitäten eine Rolle spielen. Die Sonne kann die Partikel noch lange nach Sonnenuntergang beleuchten und sie sind ein durchaus schönes Naturschauspiel. Die Raumfahrtaktivitäten der letzten Jahre macht sich in den Sommermonaten noch an anderer Stelle bemerkbar. Gerade wenn die Sonne nicht so tief unter den Horizont wandert, reflektieren die unzähligen Satelliten das Sonnenlicht. Gab es vor 5 Jahren noch 1600 Satelliten im Erdorbit, so ist die Zahl auf aktuell über 15000 gestiegen. Ein großer Anteil sind Telekommunikationssatelliten wie das Starlink-System. Experten schätzen, dass die Satelliten Zahl in den nächsten fünf Jahren die Hundertausendmarke überschreiten wird. Mit unschönen Folgen für den Anblick des Sternenhimmels und für die Atmosphäre der Erde.

Wegen der hellen Nächte bieten die Sternfreunde im Juni und Juli nur zwei Termine für die öffentliche Beobachtung an. So ist die Sternwarte in Hoxfeld am 5.Juni und am 3.Juli 2026 ab 22:30 Uhr geöffnet.
