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Das Sternwartenprogramm im April 2026: Der Löwe

Der Frühlingshimmel wird durch das Sternbild des Löwen dominiert. Das Sternbild erinnert an den nemeischen Löwen der griechischen Mythologie. Die Raubkatze wurde von Herkules getötet, weil sie die Stadt Nemea bedrohte. Die Tötung war die erste seiner zwölf Aufgaben, die ihm auferlegt wurden. Die einprägsame Konstellation der Sterne zeigt einen ruhenden Löwen. In modernen Zeiten würde das Sternbild Löwe möglicherweise als Dampfbügeleisen deklariert werden, wenn man sich die Anordnung der Sterne anschaut. Immerhin wird der Große Bär volkstümlich auch gerne als Großer Wagen bezeichnet. Die hellsten Sterne des Löwen sind Regulus an der Vordertatze, Denebola am Schwanz und Algieba am Hals des Löwen. Auch die Sterne Zosma, Coxa und Aldafera gehören zu den Hauptsternen des Löwen. Die Sterne sind alle zwischen 35 bis 260 Lichtjahren entfernt und man würde sie zur erweiterten Nachbarschaft der Sonne zählen.

Der Stern Regulus liegt der Ekliptik sehr nahe und kann von Mond und Planeten bedeckt werden. Am 29.März 2026 wird der Mond Regulus bedecken. Danach kommt es zu einer längeren Pause . Erst am 31.Mai 2036 kommt es wieder zu einer Bedeckung von Regulus durch den Mond. Noch seltener sind Bedeckungen des Sterns durch Planeten. Erst am 1. Oktober 2044 kann man eine Bedeckung des Sterns durch den Planeten Venus beobachten. Die letzte Bedeckung fand im Jahr 1959 statt. Sie wurde wissenschaftlich begleitet  um die Eigenschaften der Venusatmosphäre zu untersuchen. Der Stern Algieba ist ein schönes Doppelsternsystem. Bereits in kleinen Teleskopen kann man die beiden Sterne getrennt beobachten, die sich gegenseitig umkreisen. Allerdings benötigen sie etwa 550 Jahre für einen Umlauf. Der Schwanzstern Denebola ist ein heller Hauptreihenstern, dessen Licht 35 Jahre zu uns unterwegs ist. Er gehört mit einem Alter von etwa 300 Millionen Jahren noch zu den Teenagern der Milchstraße. Neben den Sternen findet man auch einige Nebelchen des Messierkatalogs im Sternbild des Löwen. Der Franzose Charles Messier dokumentierte sie im 18. Jahrhundert um Verwechselungen bei Kometenentdeckungen zu vermeiden. Seine Aufstellung ist heute noch in der Amateurastronomie sehr beliebt.

Die Sternfreunde zeigen den Löwen während der öffentlichen Beobachtungen am 3. April und am 16. April ab 21:30 Uhr in ihr Programm und laden Interessierte herzlich zur Josef Bresser-Sternwarte in Hoxfeld ein.

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Frosty Leo

IRAS-Quellen sind bestimmt keine Premium-Ziele für die Hobby-Astronomie .

Im Jahr 1983 startete das IRAS-Teleskop als erstes Weltraumteleskop die Erkundung des Himmels nach Infrarotquellen. Das Teleskop war ein knappes Jahr in Betrieb bis das Kühlmittel zur Neige ging. Infrarotkameras müssen naturgemäß sehr weit herunter gekühlt werden. Das IRAS-Kamerasystem wurde auf unter 5 Kelvin abgekühlt. Auch das moderne James Webb-Teleskop, das im Infrarotlicht arbeitet, wird auf unter 7 Kelvin heruntergekühlt. Diese Eigenschaften können Hobbyastronomen noch nicht liefern. Deswegen bleibt der Infrarothimmel den Weltraumteleskopen vorbehalten, zumal die Erdatmosphäre einen Großteil des Infrarotlichts ausfiltert.

Das IRAS-Teleskop untersuchte über 300.000 Infrarotquellen. Insbesondere Sternentstehungsgebiete waren von besonderem Interesse, weil das Infrarotlicht den Staubmantel um Sternentstehungsgebiete durchdringen kann. Aber es gibt ja mehr am Infrarothimmel zu entdecken.

Frosty Leo im 8″ F3,9 Newton-Teleskop . Die Ausschnittsvergrößerungen zeigen die äußeren Lobes (Ohren) und den hellen inneren Teil, der bipolar erscheint.

Die IRAS-Quelle IRAS 09371+121 wurde im Jahr 1986 gefunden. Im visuellen Bereich ist diese Quelle als Sternchen 11.Größe zu finden und selbst kleineren Amateurteleskopen zugänglich. Die Untersuchung des Objekts führte zu einem sehr ungewöhnlichen Objekt. Es wurde ein bipolarer Nebel gefunden, der einen Zentralstern der Spektralklasse K7 besitzt. Somit ähnelt er einem Planetarischen Nebel. Wir haben es allerdings wohl mit der Vorstufe eines solchen Nebels zu tun – einen protoplanetarischen Nebel. Der Zentralstern ist verlässt gerade die Hauptreihe und wandelt sich zum Roten Riesenstern, der sich seiner äußeren Gashülle entledigt und sich zum Planetarischen Nebel entwickelt. Ähnliches steht der Sonne in den nächsten 4 bis 5 Milliarden Jahren bevor. Der Stern selbst ist übrigens nicht sichtbar, weil sein Licht durch die Staubhülle stark geschwächt wird. Einzigartig ist dabei die Beobachtung, dass in seiner Umgebung Wassermoleküle gefunden wurden. Die sind aber nicht als Wasserdampf beobachtet worden, sondern als Eiskristalle , die an silikatischen Staub gebunden sind. Der sichtbare Nebel entsteht nicht durch Emission, sondern ist ein Reflexionsnebel, der das Licht des zentralen Sterns reflektiert. Die Entdeckung des Eises war für die Astronomen sehr überraschend. Deswegen wurde der kleine Nebel „Frosty Leo“ getauft. Das Objekt ist, wie der Name es schon verrät, im Sternbild Löwe zu finden.

Frosty Leo ist also ein sehr junger Nebel. Sein Alter wird auf 1000- 3000 Jahre geschätzt. Der innere Teil, der die bipolare Struktur ausmacht, wird mit einem Alter von 600 Jahren angegeben. Es bleibt aber zu erwähnen, dass der Nebel etwa 10000 Lichtjahre von uns entfernt ist. Wir sprechen also vom Beobachtungsalter.

Frosty Leo gehört bestimmt nicht zu den spektakulären Anblicken im Teleskop. Die Beobachtung mit Amateurmitteln ist schon etwas herausfordernd . Der hellste Bereich ist nur 15 Bogensekunden groß. Astrofotos zeigen eine Größe von etwa 35 Bogensekunden. So viele Details wird man also nicht wahrnehmen können.

Ich hatte Frosty Leo mit einem 8“ Teleskop , einer ASI 294mm fotografiert. Es sind keine sehr langen Belichtungszeiten erforderlich, um den zweigeteilten Nebel mit den beiden Öhrchen (Astronomen nennen die Ohren Lobes) abzubilden.

Aufsuchkarte für Frosty Leo. Nordöstlich des Sterns Xi Leo findet man ein markantes Dreieck aus Sternen. Etwas darunter gibt es 4 Sterne, die eine Linie bilden. Unterhalb des östlichsten Sterns findet man Frosty Leo. Bei hoher Vergrößerung sitzt er auf der Spitze eines kleinen Dreiecks von Sternen der 13. Größe.
Eine Sternfeldaufnahme mit einen 400mm Teleobjektiv hilft als Übersicht für die Suche

Im 10“ Dobson Teleskop war Frosty Leo ebenfalls zu sehen. Nach dem Aufsuchen mittels Starhopping, für das man eine gute Sternkarte benötigt, kann man den nebeligen Charakter von Frosty Leo mit hoher Vergrößerung wahrnehmen. Im 16 Zöller soll man sogar die bipolare Struktur erkennen. Kontrastfilter , wie ein OIII oder ein UHC-Filter bringen keinen Vorteil. Wie schon geschrieben, ist der Nebel um den Zentralstern ein Reflexions-Nebel.

Es ist insgesamt ein eher subtiles Objekt. Seit der Entdeckung sind aber 165 wissenschaftliche Arbeiten (Stand 2026) im Zusammenhang mit Frosty Leo veröffentlicht worden.

Ein Geheimtipp , der in den Lonely Objekt-Führer des Universums gehört, ist der Frosty Leo also nicht.